Therapie: Was mache ich, wenn die Krankenkasse nicht mehr bezahlt ... einige Tipps

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Vielen Patienten geht es so: Sie haben Vertrauen gefasst, fangen an zu begreifen, was Therapie bedeutet, haben die ersten Schritte hinter sich... und die maximale Stundenanzahl, die von der Krankenkasse genehmigt wurde, ist erreicht. Was nun? 

Einige Möglichkeiten aus der Praxis:

1. Sie machen die Therapie weiter, und bezahlen die Stunden selbst. Nach einer zweijährigen Pause können Sie dann erneut eine Therapie derselben Art beantragen.

2. Sollten Sie eine Verhaltenstherapie gemacht haben, können Sie auf Tiefenpsychologische Therapie oder Psychoanalyse "umsatteln". Meist bedeutet dies jedoch auch, dass Sie den Therapeuten wechseln müssen, und nach einer anderen Therapieform arbeiten. Überlegen Sie sich daher genau, ob dies sinnvoll für Sie ist.

3. Was viele nicht wissen: Grundsätzlich kann ein Therapeut nach dem Aufbrauchen der bewilligten Therapiesitzungen 3 Stunden im Quartal für den bisherigen Patienten ohne Antrag abrechnen. So überbrücken viele die Wartezeit von zwei Jahren.

4. Sie können für die Wartezeit auch verstärkt die Unterstützung einer psychiatrischen Praxis oder der Psychatrie-Ambulanz der Krankenhäuser nutzen. Meist sind dies eher Kurzkontakte, zur Stabilisierung jedoch bei vielen unerläßlich.  

5. Nutzen Sie auch Selbsthilfe-Gruppen und/oder Beratungsstellen, um so ein Netzwerk aufzubauen. Auch kirchliche Organisationen bieten Unterstützung an.

6. Auch der Sozial-Psychiatrische Dienst kann helfen.

7. Stationäre Aufenthalte (Vollstationär oder auch Tagesklinik) wiederum sind in Krisensituationen oder auch zur Bearbeitung riskanter Themen geeignet. 

8. Zu guter Letzt: Es gibt immer wieder Ausnahmen (extreme Notfälle, Krisen), auch hier. Therapeuten können für einzelne Patienten mehr Stunden bezahlt bekommen, oder erhalten für diese auch nach einer kürzeren Wartezeit bereits wieder eine neue Therapie genehmigt. Dies sind jedoch wirklich Sonderfälle.

Weitere Möglichkeiten, trotz des Kassenstopps weiter in Therapie zu bleiben, gibt es sicherlich.

Grundsätzlich ist eines wichtig: Sprechen Sie das Thema früh genug bei Ihrem aktuellen Therapeuten an, fragen Sie ihn, wie er die Angelegenheit beurteilt.

Und überlegen Sie sich beizeiten, wie und ob Sie weitermachen wollen.

Auch können Sie gegen Schluß die Stunden auch in einem längeren Zeitabstand nehmen, also z.B. alle zwei Wochen anstatt jede Woche. So bleiben Sie länger in Therapie, können sich langsam "abseilen". Denn: Wenn Sie gut vorbereitet sind, und wissen, wie Sie danach weiter vorangehen, ist es nicht so schwer, wenn die maximale Stundenanzahl erreicht ist.

 


 

 

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Gut zusammengestellt!

Zusatzinformation:
Selbst bezahlte Therapiekosten als Krankheitskosten können in der Steuererklärung geltend gemacht werden!

Elke Renz
Tanz- und Bewegungstherapeutin
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