Was mache ich, wenn es keine freien Therapieplätze bei Therapeuten mit Kassenzulassung gibt?

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Hier habe ich einen interessanten Tipp gefunden, der mir bisher auch nur vage bekannt war:

Siehe unter http://www.psychotherapiesuche.de/rechtliches.html unter der Frage:
"Welche Möglichkeiten habe ich, wenn in meiner Stadt kein Behandler einen freien Platz hat?"  

Zitat:
"Wenn Sie bei sich vor Ort keinen Termin bei einem zugelassenen Psychotherapeuten bekommen können, haben Sie deshalb die Möglichkeit, bei Ihrer Krankenkasse die Kostenübernahme bei einem nicht zugelassenen Psychotherapeuten zu beantragen. Der § 13 (3) Sozialgesetzbuch gibt folgende Regelung vor: „Konnte die Krankenkasse eine unaufschiebbare Leistung nicht rechtzeitig erbringen oder hat sie eine Leistung zu Unrecht abgelehnt und sind dadurch Versicherten für die selbst beschaffte Leistung Kosten entstanden, sind diese von der Krankenkasse in der entstandenen Höhe zu erstatten, soweit die Leistung notwendig war.Für diese Kostenerstattung Ihrer Krankenkasse müssen Sie nachweisen, dass kein Vertragsbehandler Kapazitäten frei hat. Des weiteren können Sie eine Bescheinigung der Notwendigkeit einer Psychotherapie beilegen. Dies kann zum Beispiel die Empfehlung eines Arztes oder einer Klinik sein. Die Möglichkeit einer Kostenübernahme besteht auch in diesem Fall nur für die Richtlinienverfahren Verhaltenstherapie, tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie und analytische Psychotherapie."  

 

4 Kommentare

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Ein Tipp noch für die Suche nach Therapeuten:

Fragen Sie bei den Ausbildungszentren für Psychotherapeuten nach. Diese suchen oft Patienten. Mehr Infos finden Sie unter www.dptv.de

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In der letzten Apotheken-Umschau wurden zu dem obigen Thema konkrete Tipps gegeben:

Wenn Sie zwar keinen Therapieplatz mit Kassenzulassung, aber dafür einen approbierten Psychotherapeuten, der privat abrechnet finden bzw. gefunden haben, müssen Sie mit der Krankenkasse VORAB klären, ob diese die Therapie-Kosten nachträglich erstattet.

Das macht die Kasse in Sonderfällen, z.B. wenn Sie nachweisen können, dass Sie innerhalb eines "zumutbaren Zeitraums" (laut der Apotheken-Rundschau gelten hier drei Monate als Regel) keinen Therapeuten mit Kassenzulassung gefunden haben. Protokollieren Sie für diese Zeit jeden Anruf bzw. jede e-Mail, damit Sie der Krankenkasse nachweisen können, wann Sie mit welchem Therapeuten Kontakt aufgenommen und welche Rückmeldung Sie erhalten haben. Bitte beachten Sie hier, dass viele Therapeuten sich garnicht erst zurückmelden, da die Wartelisten schon zu lang sind.

Darüberhinaus sollten Sie von Ihrem Hausarzt oder von einem Therapeuten ein Schreiben bzw. ein Attest anfertigen lassen, in dem dieser bestätigt, dass eine sofortige bzw. zeitnahe therapeutische Behandlung unabdingbar ist.

Wenn Sie dann bei der Kasse das Kontakt-Protokoll, das Attest des Arztes bzw. Therapeuten und einen formlosen Antrag auf Übernahme der Therapiekosten einreichen, haben Sie von Ihrer Seite alles Notwendige getan. Dann gilt: Daumen drücken! Viel Glück!

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Hi,

bei www.spiegel-online.de erschien letzte Woche zu diesem Thema ein sehr interessanter Bericht:

Zoff über Kostenerstattung: Kassen schikanieren Psychotherapie-Patienten.

Wäre klasse, wenn hier einige von ihren Erfahrungen berichten könnten.

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Wenn Sie einen Antrag auf Kostenerstattung stellen wollen, berücksichtigen Sie bitte auch die Ratschläge in folgendem Artikel: Ambulante Psychotherapie und Kostenerstattungsverfahren: Worauf Sie achten sollten.