Vollnarkose bei Zahn- bzw. Kiefer-OP

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Dies ist ein Thema, mit dem ich mich im letzten Jahr beschäftigen musste.

Hintergrund:
Eine Kiefer-OP steht bevor, normalerweise ambulant machbar bei örtlicher Betäubung, Dauer ca. zwei bis drei Stunden. Termin vereinbart, alles ok.

Dann Telefonanruf von meinem langjährigen Zahnarzt, der anscheinend mit Erschrecken meine Angaben zu weiteren Krankheiten und die Auflistung der aktuellen Medikation gelesen hatte: "Frau X., Sie benötigen eine Behandlung, die wir nicht bieten können. Vollnarkose, keine Risiken, am besten stationär. Ich gebe Ihre Akte weiter an einen Kollegen in der Uni-Klinik, wenn es ok ist".  Ich wollte zwar noch andere Stimmen hören, aber alle meine behandelnden Ärzte fanden dies mehr als richtig. Also: Vorbesprechung in der Uni-Klinik. Dort dann ganz klar: "Sie bleiben am besten noch die Nacht nach der OP hier."... Autsch...

Als ich nachhakte, wie dies mit der Krankenkasse sei, wurde mir erklärt, dass aufgrund meiner Grunderkrankungen dies kein Thema sein dürfe. Das Organisatorische würde das Krankenhaus übernehmen.

Grundsätzlich benötige ein Patient jedoch ein Attest bzw. eine Überweisung mit einer klaren Begründung von einem Hausarzt/Therapeuten, wenn die Kosten für die Vollnarkose bei einer "normalen Kiefern- oder Zahn-OP" von der Krankenkasse getragen werden sollen. Ohne Attest wird die Vollnarkose und alle dadurch enstehenden Kosten ansonsten privat abgerechnet.

Ganz wichtig für Leute mit einer Zahnarzt-Phobie: In dem Attest wird in der Regel dann eine psychische Störung attestiert, damit die Krankenkasse die Kosten für die Vollnarkose übernimmt. .

Eigentlich kein Problem... es sei denn, man möchte noch eine Private (Zusatz-)Kranken-, Berufunfähigkeits- oder Lebensversicherung beantragen. Dann kann schon so eine Aussage alles zunichte machen. Daher: Dran denken!



2 Kommentare

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Nur um der Vollständigkeit Willen:

Ich wurde nicht operiert; u.a. weil die zuständige Anästhesistin nicht gewährleisten konnte (oder wollte), dass auf die Vorsichtsmaßnahmen, die aufgrund meiner Traumafolgestörungen notwendig sind, Rücksicht genommen werden kann. Genau aus dem Grund sollte ich jedoch die Kiefern-OP im Krankenhaus und mit Vollnarkose vornehmen lassen...

Daher war sie jedoch dagegen, und bat mich, noch einmal die Alternativen für die Kiefern-OP zu überprüfen.

Schade, dass Absprachen wie "Stopp-Zeichen", "Gespräch über Symptome, die auftauchen können und wie mit diesen umgegangen werden kann aus meiner Erfahrung", "Persönliche Ansprache, bevor ich berührt werde" in einem Klinikbetrieb nicht eingehalten werden können. Und schade, dass eine Patientin laut ihres Hausarztes nicht zu Unrecht das Gefühl hat, dass manche Ärzte unsicherer und ängstlicher sind als sie selbst... Was nicht unbedingt vertrauensfördernd ist.

Weitersuchen... und abwarten.

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Eine Vielzahl von Patienten haben den Wunsch, sich einer Vollnarkose zu unterziehen, da Sie den von den Zahnbehandlungen oder weiteren zahnchirurgischen Verfahren verursachten Stress nicht oder nur sehr schwierig ertragen können.

Das Risiko ist wegen der körperlichen Untersuchung, des Blutlabors und des EKGs minimal. (Diese Untersuchungen können auch von Ihrem Hausarzt durchgeführt werden.) Wir sind jederzeit bereit, einen Narkosetermin mit Ihnen zu vereinbaren.

Nachdem Sie zum vereinbarten Termin im nüchternen Zustand in unserer Klinik erschienen sind, führt ein erfahrener Anästhesist die Narkose durch. Kurz nach dem Eingriff werden Sie wieder wach und nachdem sich Ihre Atem - und Kreislaufverhältnisse stabilisiert haben, können Sie von Ihren Verwandten oder Bekannten nach Hause begleitet werden.