Integrierte Programme für Psychisch Kranke nur bei bestimmten Erkrankungen

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Ambulante Therapieplätze sind rar, Krankenhausbetten in den psychiatrischen Fachkliniken erst recht. Und so sind Wartezeiten auf einen geeigneten Therapieplatz von teilweise über einem Jahr leider keine Seltenheit, sondern der Normalfall. Für Menschen, die sich in einer seelischen Krisensituation befinden, sind dies fast unaushaltbare Ausnahmesituationen, die eigentlich nicht sein dürften.

Ein Lichtblick in der Versorgung von psychisch erkrankten Menschen bieten manche Krankenkassen mit neuen integrierten Programmen für Psychisch Kranke (z.B. Techniker Krankenkasse). Zum Teil werden diese bereits deutschlandweit durchgeführt. Ziel dieser Programme ist u.a., die  Patienten möglichst so zu unterstützen, dass sie trotz ihrer psychischen Erkrankung im gewohnten familiären, beruflichen und sozialen Umfeld bleiben können. Auch Angehörige erhalten auf Wunsch Hilfe. Damit sollen vor allem unnötige Psychiatrie-Aufenthalte (der sogenannte "Drehtür-Effekt" in den Psychiatrien) vermieden werden. Diese integrierten Programme sollen die schon vorhandene fachärztliche Versorgung ergänzen, indem ein Team aus erfahrenen Ärzten, Sozialarbeitern, Fachpflegern und Therapeuten eng mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten sowie Psychotherapeuten zusammenarbeitet.

Leider wird dieses Programm jedoch nur für bestimmte psychische Krankheiten angeboten. So ist z.B. bei der TK Voraussetzung, dass bereits im Vorfeld häufige Krankenhausaufenthalte innerhalb eines kurzen Zeitraums und/ oder die Einnahme von Anti-Psychotika notwendig waren. Bei anderen Krankenkassen sind die Programme auf einige wenige psychische Erkrankungen eingeschränkt. Schade!

Fazit:
Eine wunderbare und sicherlich sehr hilfreiche Notfall-Prophylaxe für Psychisch Erkrankte, damit diese auch in Krisensituationen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Umfeld und Alltag bleiben können. Dafür haben die Krankenkassen, die diese Art von Programmen anbieten, schon einmal ein großes Dankeschön verdient!

Gleichzeitig fallen jedoch viele Patienten, die von diesen Programmen profitieren könnten, bisher aufgrund der starken Einschränkungen durch das Raster und stehen in Krisensituationen weiterhin erst einmal "allein" da bzw. sind auf die Genehmigung der dringend notwendigen Krankenhausaufenthalte angewiesen, um Schlimmeres zu verhindern.

Dringender Wunsch an die Krankenkassen:
Baut diese Programme aus! Es gibt zu viele Menschen mit psychischen Erkrankungen, die diese Art der Unterstützung dringend benötigen!