Trauma-Ambulanzen in Deutschland

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In den letzten Jahren kommt in der Psychologie und auch in der Öffentlichkeit der Begriff "Trauma" immer häufiger vor. Unbestritten ist inzwischen, dass unzählige Frauen, Männer und Kinder unter teilweise schwerwiegenden und komplexen Traumafolgestörungen leiden und daher eine adäquate Therapie benötigen.

Jedoch sind bis heute fachlich professionelle (ambulante oder stationäre) Traumatherapie-Angebote rar gesät. Wartezeiten bei Traumatherapeutinnen/-en und Trauma-Kliniken von über einem Jahr sind eher Regel als Ausnahme. Eine Ausweitung der Traumatherapie-Angebote ist daher dringend angebracht. Diese Notwendigkeit wird bisher jedoch vernachlässigt.

Betroffene müssen entweder allein zurecht kommen oder sich mit nicht indizierten, teilweise sehr oberflächlichen oder kaum geprüften Therapie-Konzepten arrangieren. Hier ist zu beachten, dass hier manche - aufdeckende - Therapie sogar eine Verschlimmerung der Beschwerden zurfolge hat.

Einen kleinen Lichtblick bieten u.a. ein deutschlandweites Netz von Beratungsstellen (z.B. wildwasser e.V. bei sexuellem Missbrauch oder www.Angriff-auf-die-Seele.de bei Traumatisierungen in der Bundeswehr) oder die Trauma-Ambulanzen in den größeren deutschen Städten (Auflistung Trauma-Ambulanzen bei www.traumaaufruf.de). Zudem haben sich inzwischen auch einige Hausärzte und Psychiater weitergebildet. Zögern Sie daher bitte nicht, sich Unterstützung zu suchen, wenn Sie nicht mehr weiter wissen. Wenn Sie anfangs Bedenken haben, können Sie natürlich erst einmal eines der anonymen Selbsthilfeforen nutzen (siehe zum Beispiel obige Webadressen).

Eines ist jedoch ganz wichtig: Sie sind nicht allein!

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Hi,

in Mecklenburg-Vorpommern werden neue und damit zusätzliche Trauma-Ambulanzen eingerichtet:

Kürzlich wurden zwei Ambulanzen in Neubrandenburg und Neustrelitz eröffnet. Bereits seit Längerem sind zudem Trauma-Ambulanzen in Greifswald und in Stralsund eingerichtet. Zwei weitere Eröffnungen sind noch in diesem Jahr in Rostock und in Röbel geplant.

Übrigens sind in Mecklenburg-Vorpommern für die - möglich kurzfristigen - Termine in den Traumaambulanzen keine ärztliche Überweisungsscheine notwendig. Die Behandlungskosten übernehmen die jeweiligen Kostenträger, in aller Regel sind dies die Krankenkassen.