Aus für Tetrazepam ab 01.08.2013: EU-weiter Verkaufs- und Verschreibungsstopp

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Aufgrund gefährlicher Nebenwirkungen wird das muskelentspannende Medikament Tetrazepam (und damit in Deutschland 26 tetrazepamhaltige Arznei­mittel wie Musaril oder Tetramdura) vom Markt genommen. Eine Neubewertung des Wirkstoffs Tetrazepam hat ergeben, dass dieser schwerwiegende und teilweise lebensbedrohliche Haut­re­aktionen auslösen kann. Laut der Stiftung Warentest sei darüberhinaus der therapeutische Nutzen des Wirkstoffs unsicher.

Ich selbst kenne Tetrazepam seit Ende 2006. Damals begannen die starken - teilweise noch täglichen - dissoziativen Krampfanfälle und Spastiken, die mich bis heute in meinem Leben begleiten. Zwar habe ich gelernt, mein Leben so achtsam zu gestalten, dass sie seltener vorkommen - aber ohne das Notfallmedikament Tetrazepam hätte ich die letzten Jahre nicht mehr geschafft. Das zum Thema "therapeutischer Nutzen". Für mich ist der Verbot dieses Wirkstoffes ein extrem starker Einschnitt in meinen Alltag, da ich nun auf andere (und stärkere) Medikamente umgestellt werden muss. Aufgrund derer Nebenwirkungen werde ich mich erst einmal wieder auf die Verschlechterung meiner Lebensqualität einstellen müssen.

Ich finde es nicht nur schade, sondern persönlich mehr als schlimm, dass dieses Verbot so schnell  und vor allem so umfassend umgesetzt wurde. M.E. hätte es völlig ausgereicht, die Verschreibungsmöglichkeit auf einige, wenige Krankheiten und Symptome (z.B. für schwere Spastiken) einzuengen. Zudem empfinde ich diese Entscheidung als sehr hart, wenn man überlegt, wie viele Todesfälle das allseits frei verkäufliche Aspirin bereits verursacht hat. Einziger Lichtblick: Die Zulassung ruht bis 2015. Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen!

Quelle: www.test.de vom 03.07.2013: Tetrazepam: Verschreibungs­stopp ab August



1 Kommentare

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Hi,

nur als Info! Mir geht es ja ähnlich, ich nehme das Medikament auch schon länger und bin nun ziemlich aufgeschmissen...

Ich habe mit meinem Arzt verabredet, dass ich notfalls noch einmal in die Traumaklinik gehe, um dort die Medikation nochmals zu überprüfen. Ob das wirklich notwendig ist, weiß ich nicht. Aber ich habe am Montag nun erst einmal einen Termin in der Trauma-Ambulanz dort, um u.a. darüber nochmal zu sprechen.

Vielleicht für Dich auch eine Idee?