Intervall-Therapien in psychosomatischen/ psychiatrischen Kliniken und Kostenzusagen

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Immer öfter wird erkannt, dass bei manchen (chronifizierten) psychosomatischen bzw. psychischen Störungen und Erkrankungen einmalige stationäre Aufenthalte zur Stabilisierung nicht ausreichen. Daher bieten ausgewählte psychosomatische und/ oder psychiatrische Kliniken und Krankenhäuser auch zunehmend stationäre Intervall-Therapien an. Den Betroffenen soll u.a. durch eine intervall-orientierte Planung der Therapie geholfen werden, die stationär erlernten Inhalte in den Alltag einzugliedern und zu leben, um dann in einem nächsten Intervall weitere wichtige Schritte in Richtung Krankheitsbewältigung gehen zu können. U.a. werden Intervalltherapien für die Behandlung der (komplexen) Posttraumatischen Belastungsstörung, schweren dissoziativen Störungen, Borderline-Störung oder Ess-Störungen angeboten.

In der Praxis müssen jedoch motivierte Betroffene immer wieder feststellen, dass es gerade bei stationären Intervalltherapien einen Haken geben kann: Viele Krankenkassen sind nicht gewillt, regelmäßige Klinik- oder Krankenhausaufenthalte zu bezahlen oder genehmigen diese nur im absoluten Notfall (Krisensituationen, Notfälle) - und dann aber bitte nicht auf spezialisierten Stationen oder in entsprechenden Krankenhäusern, sondern in der allgemeinen Psychiatrie. Der "Drehtüreffekt" ist damit oft vorgezeichnet.

Betroffene sollten sich daher darauf vorbereiten, dass eine angestrebte und auch von der behandelnden Klinik indizierte Intervalltherapie nicht immer problemlos durchzusetzen ist - selbst wenn der Erstaufenthalt sofort von der entsprechenden Krankenkasse bewilligt wurde und obwohl inzwischen medizinisch bewiesen ist, wie wichtig und zielführend eine längerfristige Behandlung mancher Krankheiten und Störungen ist.

Kurz:
Viele Krankenkassen lehnen diese Therapien erst einmal ab. Notwendige, kostspielige und zeitraubende Widersprüche gegen die Ablehnung der Kostenübernahmen von seiten der Krankenkassen kosten jedoch Nerven und zehren an der noch wackligen Stabilität.

Daher ist es sinnvoll, sich vorab über die Vertragskliniken Ihrer Krankenkasse zu erkundigen (die Kostenzusage für einen weiteren stationären Aufenthalt in einer Vertragsklinik ist meist leichter zu erreichen bzw. teilweise noch nicht einmal notwendig).

Oder Sie drehen den Spieß einfach herum: Fragen Sie während ihres ersten Klinik-Aufenthalts nach den Krankenkassen, die einen Partnerschaftsvertrag mit der Klinik geschlossen haben. Erkundigen Sie sich bei ihren Mitpatienten/-innen, ob und welche Schwierigkeiten sie bei der Kostenzusage hatten bzw. welche Krankenkasse dafür verantwortlich ist. Mit der Zeit können Sie sich ein gutes Bild darüber machen, welche Krankenkassen eher geneigt sind, die gewünschte Intervalltherapie auch in den nächsten Monaten und Jahren zu gewähren bzw. welche Krankenkassen mit psychischen Erkrankungen grundsätzlich besser umgehen können als andere. Und wenn es Ihnen die Intervalltherapie für Ihre weitere Genesung wirklich wichtig ist, denken Sie dann bitte auch über einen Wechsel der Krankenkasse nach, wenn Sie merken, dass es in Zukunft mit Ihrer aktuellen Krankenkasse doch Probleme geben könnte.

Ich kenne einige Betroffene, die diesen Schritt gingen: Sie wechselten die Krankenkasse, da sie über Mitpatientinnen erfuhren, dass es auch trotz aller Sparmaßnahmen noch Krankenkassen gibt, die von Intervallbehandlungen überzeugt sind und die diese bei Notwendigkeit daher gern bewilligen. Oder sie wechselten, weil sie durch Zufall herausfanden, dass die Krankenkasse X einen Vertrag mit der Klinik y hat - und dass Mitglieder von Krankenkasse X daher ohne zeitaufwendiges Bewilligungsverfahren bei Notwendigkeit in der Klinik y aufgenommen werden können.

Keine/r hat es bereut. Im Gegenteil: Fast alle haben ihre Intervalltherapie fortgesetzt bzw. können ihren Alltag so mit etwas mehr Sicherheit und Stabilität bewältigen.

Quellen: (eigene) Erfahrungen, Traumafachbücher, http://www.medizin-aspekte.de






 

2 Kommentare

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hallo ich habe angst und panikattacken und bin in ärztliche Behandlung.war 16wochen in der Klinik.ich kann nicht arbeiten gehen und finanziell stehen wir nicht gut da.da komt der Teufelskreis wieder.ich gebe mir die schuld das wir zuwenig Geld haben da ich nicht arbeiten gehe.ich habe es schon probiert und es ging nicht.ich wurde früher auf der arbeit gemoppt und bekomme auch wieder dieses gefühl nicht gut genug zu schein .bekomme wieder Attacken und bin für paartage aussergefecht gesetzt,da sie mir böse zusetzen..die Attacken gehen auch gegen meine familie (habe drei kinder 20.17 und eine 6jahre alte tochter und sie bekommt viel mit und leidet auch drunter)und ich hatte auch schon selbstmordgedanken.und das macht mir angst..ich habe auch schon die erwerbsunfehigkeitsrente beantragt und wurde abelehnt,auch der wierdespruch...
was kann ich denn beantragen an hilfe finanziell??ich weiss leider nicht mehr weiter.
mit freundlichen grüssen
Tanja korbach

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Hallo Tanja,

es tut mir leid, dass es Ihnen auch nach dem Klinikaufenthalt noch so schlecht geht.

Leider schreiben Sie nicht allzuviel, so dass ich Ihren Hintergrund nicht kenne und daher auch nicht weiß, welche finanzielle Unterstützung (zB. Grundsicherung oder ALG II, Krankengeld etc.)Ihnen zusteht.

Haben Sie denn psychiatrische oder psychotherapeutische Unterstützung?

Also z.B.
- Psychiater vor Ort,
- sozialpsychiatrische Betreuung, die Sie auch bei den entsprechenden Anträgen - Themen wie Grundförderung, Krankengeld etc. unterstützen kann
- Therapeuten?

Oder können Sie in der Klinik, wo Sie waren, noch einmal bei der Sozialberatung nachhaken, welche finanzielle Unterstützung für Sie infrage käme?

Das wäre m.E. sehr wichtig!

Ansonsten stellt sich mir die Frage, wie Sie sich und auch Ihre Familie nochmals mehr schützen können? Haben Sie sich noch einmal überlegt, ob es sinnvoll wäre, eine Tagesklinik zu besuchen und dort auch Paar- bzw. Familiengespräche zu integrieren?

Alles, alles Gute sendet Ihnen Susanne!