Welt am Sonntag: Bei Berufsunfähigkeit wird Zahlung oft verweigert

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Vor einigen Wochen schrieben wir schon zu diesem Thema anlässlich eines Sende-Beitrags bei FAKT: Private Berufsunfähigkeitsversicherungen bezahlen nicht: Was tun?

Gestern erschien zu diesem Thema ein längerer und m.E. sehr guter Artikel  in der Welt am Sonntag (WAMS) zu der Frage, ob die Berufsunfähigkeitsversicherungen wirklich so selten bezahlen: WAMS vom 24.11.13: Bei Berufsunfähigkeit wird Zahlung oft verweigert.

Laut der WAMS werden die Mehrheit der Anträge immer noch positiv beantwortet: Durchschnittlich werden 70 Prozent der Anträge auf Berufsunfähigkeit bewilligt; 30 Prozent der Antragssteller jedoch erhalten (erst einmal) einen Ablehnung. Dabei spiele eine gewisse Verzögerungstaktik, um die schwerkranken Bittsteller zu zermürben, eine große Rolle. Die WAMS zögert bei dem Thema nicht, konkrete Namen zu nennen. Hilfestellung bei der Auswahl des geeigneten Versicherers bietet zudem eine Statistik, die ein differenzierteres Bild zeigt: Im Artikel ist eine Tabelle integriert, in der die Leistungsquote von zwanzig großen deutschen Versicherungen bei Anträgen auf Berufsunfähigkeit aufgezeigt wird. Deutlich wird durch diese Tabelle, dass es bei den unterschiedlichen Angeboten der Berufsunfähigkeits-Versicherer im Ernstfall einige große Unterschiede gibt - die man idealerweise schon vor Abschluss der Versicherung kennt.

Der Artikel bietet auch Tipps und Handlungsempfehlungen im Auswahlverfahren, im Ernst- bzw. Krankheitsfall und im Rechtsstreit. Tipps, bei deren Einhaltung viel Geld, Kraft und Nerven gespart werden können. Die Fallen, die Betroffene unbedingt vor Abschlus einer Berufsunfähigkeitsversicherung beachten sollten, werden genannt: Dabei werden korrekte Angaben zu Vorerkrankungen, die Notwendigkeit einer rechtzeitig abgeschlossenen Rechtsschutzversicherung, Rolle der Versicherungsberater und Ombusmänner, Beauftragung eigener Gutachter etc. ausführlich erklärt.

Fazit: Unbedingt lesen!


2 Kommentare

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Vielen Dank für den Hinweis auf den Artikel. Nach solchen Zahlen hab ich schon lange gesucht.

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... und wieder jemanden kennengelernt, der aus gesundheitlichen Gründen eine Umschulung machen muss (die auch von der Rentenversicherung akzeptiert und bezahlt wird; der Betroffene erhält während der Umschulung Übergangsgeld). Gleichzeitig hat der Betroffene jedoch ein Gerichtsverfahren mit seiner Berufsunfähigkeitsversicherung vor sich. Denn diese akzeptiert die Berufsunfähigkeit nach wie vor nicht, auch wenn die gesetzliche Rentenversicherung und die Krankenkasse schon längst nachvollziehen konnten, dass eine Beschäftigung in der bisherigen Tätigkeit nicht mehr möglich ist.

Langsam kann ich nachvollziehen, warum in manchen Berichten inzwischen geraten wird, parallel zum Abschluss einer Berufunfähigkeitsversicherung auch eine Rechtschutzversicherung abzuschließen.