Krankenbeförderung bei ambulanter Behandlung

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Immer wieder kommt es vor, dass sich manche Patienten wundern, wenn Ihr Arzt Ihnen keinen Beförderungsschein ausstellt, obwohl sie der Meinung sind, dass sie ganz dringend einen solchen benötigen. Andere regen sich gleich richtig auf und unterstellen dem behandelnden Arzt, dass er sie nicht ernst nimmt oder ihnen das nicht gönnt.  

Hier ist es jedoch sinnvoll, erst einmal zu überprüfen, wie weit der Ermessensspielraum eines Vertragsarztes überhaupt ausreicht, und ob dieser befugt wäre, in den entsprechenden Fällen einen solchen Beförderungsschein auszustellen! Denn die Realität schränkt Ihren Arzt sehr stark ein! 

Unstrittig ist, dass Vertragsärzte ihren versicherten Patienten, die ambulant oder stationär behandelt werden, eine Krankenbeförderung verordnen dürfen, sofern die Fahrt medizinisch notwendig ist. Gleichzeitig werden die Kosten für Fahrten zu einer ambulanten Behandlung von den Krankenkassen jedoch nur in bestimmten Ausnahmefällen übernommen.

Dazu zählen unter anderem 
- ambulante bzw. stationsersetzende Operationen (keine vorherige Genehmigung der KK notwendig),
- vor- und nachstationäre Behandlungen im Krankenhaus (keine vorherige Genehmigung der KK notwendig), 
- Dialysebehandlungen und (Vorab-Genehmigung der KK notwendig)
- bestimmte Therapien von Krebserkrankungen (Vorab-Genehmigung der KK notwendig)

Bei Pflegebedürftigen muss ein Pflegebescheid vorliegen, der ab 1. Januar 2017 den Pflegegrad 3, 4 oder 5 ausweist. Darüberhinaus muss eine dauerhafte Einschränkung der Mobilität vorliegen und im Zweifelsfall auch nachgewiesen werden können. Auch Schwerbehinderte, die einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „aG", „BI" oder „H" vorlegen können, haben grundsätzlich ein Anrecht auf Krankenfahrten. Und auch hier gilt: 
In der Regel müssen alle Fahrten zu einer ambulanten Behandlung - egal ob mit Taxi oder Krankentransportwagen -  vorab von der Krankenkasse genehmigt werden.

Quelle: http://www.kbv.de/media/sp/Praxisinformation_Krankentransporte.pdf; siehe auch folgenden Beitrag aus dem Blog: Fahrkosten

2 Kommentare

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Hallo Agnes,
vielen Dank für den Beitrag. Ich stimme zu, dass es wichtig ist vorerst ein mal den Ermessensspielraum des Vertragsarztes zu überprüfen.
Ich finde es interessant, dass ambulante Operationen zu den Ausnahmefällen gehören und dafür die Fahrtkosten erstattet werden.

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Na ja, wenn eine Vollnarkose mit eine Rolle spielt, ist es natürlich nachvollziehbar...

Aber spannend wird es, wenn es praktisch umgesetzt werden soll. Bisher musste ich auch dann das Taxi selbst bezahlen, auch wenn mir vom Arzt verboten wurde, noch selbst zu fahren bzw. den ÖPNV zu nutzen.

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