Fahrkosten

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Sie kennen das vielleicht. Man ist eigentlich zu krank, um zum Arzt zu fahren, Hausbesuche sind jedoch nicht möglich. Und so schleppt man sich mit Müh und Not in die Praxis, notfalls mit dem Taxi (oder Sie haben das Glück, dass jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis fährt). Meist müssen Sie die Fahrkosten selbst bezahlen. Denn die Gesetzlichen Krankenversicherungen übernehmen Fahrkosten nur noch selten.

Die Fahrkosten werden jedoch bei schweren Erkrankungen oder der Pflegestufe 2 oder 3 übernommen (z.B. auch bei Krebserkrankungen, wenn Sie eine ambulante Strahlen-/Chemotherapie durchführen). In der Regel werden auch die Kosten für die Fahrten zur stationären Behandlung (z. B. zur Fahrt ins Krankenhaus und zur Kur) von der Krankenversicherung bezahlt. Bitte haken Sie hier jedoch immer noch einmal bei Ihrer Krankenkasse nach! Denn hier habe ich z.B. schon die Erfahrung machen müssen, dass ich einmal die Zusage für eine bestimmte psychosomatische Klinik nur bekam, wenn ich mich verpflichtete, die Fahrkosten selbst zu tragen.

Damit Sie die Fahrkosten erstattet bekommen, stellt Ihnen Ihr Arzt oder auch das Krankenhaus eine Verordnung aus. Sofern sie blind, gehbehindert oder in anderer Weise behindert sind (z.B. Panikattacken in ÖPNV), vermerkt der Arzt dies entsprechend auf der Verordnung. Ihr Eigenanteil beträgt in der Regel 10 Prozent (mindestens 5,00 EUR und maximal 10,00 EUR).

Bitte beachten Sie grundsätzlich, dass einige Krankenkassen spezielle Vordrucke zur Verfügung stellen, die sie auch zur Bearbeitung haben möchten. Am besten haken Sie im Bedarfsfall vorher bzw. nachher nach, um eine Kostenübernahme zu beantragen bzw. zu klären, und das Prozedere erklärt zu bekommen.

Zum Schluß noch ein Tipp, der für die meisten wahrscheinlich schlecht bzw. im Akutfall kaum umsetzbar ist: Sollten sie aufgrund einer akuten Erkrankung ein Taxi benötigen, um zur Arztpraxis bzw. ins Krankenhaus zu kommen, müssen Sie vorab Ihre Krankenkasse anrufen, um die Kostenübernahme zu beantragen.


5 Kommentare

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Ein Tipp für diejenigen, die keine Fahrtkosten (mehr) ersetzt bekommen:

Wenn häufige Arztbesuche notwendig sind, lohnt es sich, zumindest die Belege (z.B. Bahn oder Bustickets) aufzuheben, die Daten für die einzelnen Arztbesuche festzuhalten und ein sog. "Tagebuch" beim Lohnsteuerausgleich mit reinzunehmen (Wann war ich bei welchem Arzt, mit welchem Verkehrsmittel, wo ist seine Praxis) etc.

Diese können nämlich abgesetzt werden (wobei Taxi hier jedoch wiederum nicht zählt, das bleibt auch da Luxus).

Aber immerhin etwas.

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Und bei Arzt-/Krankenfahrten mit dem Taxi gibt es immer noch die Möglichkeit, die Belegen mit der Steuererklärung beim Finanzamt einzureichen: Siehe hier auch folgenden Beitrag:
http://www.sozialblog.de/blog/2009/10/tipp-fur-steuererklarung-taxi-.html

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Habe gerade eine neue Info von der UPD gelesen, die das Thema "Fahrtkosten" noch einmal genauer darstellt:

Die Krankenkasse übernimmt die Fahrtkosten zu ambulanten Behandlungen demnach nur nach vorheriger Genehmigung in besonderen Ausnahmefällen. Diese sind in der "Krankentransportrichtlinie" (was für ein Wort) des gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) festgelegt worden. In der Regel wird von Dialysebehandlungen sowie onkologischen Strahlen- bzw. Chemotherapien ausgegangen.

Zudem übernimmt die Kasse die Kosten, wenn der Versicherte einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen "aG", "Bl" oder "H" hat - oder in Pflegestufe 2 oder 3 eingestuft ist.

Zudem sind der UPD Ausnahmfälle bekannt, in denen die Kosten genehmigt wurden, weil die Patienten vergleichbar beeinträchtigt waren und über eine längere Zeit eine ambulante Behandlung benötigten.

Weitere Infos finden Sie unter

www.unabhaengige-patientenberatung.de oder

unter folgender Telefonnummer (kostenlos vom Festnetz aus): 0800 0117722

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Hi, habe einen neuen Artikel zu dem Thema geschrieben:

http://www.sozialblog.de/blog/2017/01/krankenbeforderung-bei-ambulan.html

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Hi, habe neuen, ausführlicheren Artikel zu dem Thema geschrieben:

http://www.sozialblog.de/blog/2017/01/krankenbeforderung-bei-ambulan.html

(Kopiert den link am besten in die Adresszeile rein)

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