Berufsunfähigkeit - die ersten Schritte...

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Manche kennen das vielleicht, die diese Seite besuchen: Eigentlich stand man/frau fest im Leben. Dann eine Krankheit, die sich nicht bessert...

Und dann heißt es plötzlich: "Wir können Ihnen nicht sagen, ob und wann Sie wieder arbeiten gehen können"...

Auf die emotionale und private Seite möchte ich in diesem Blog nicht eingehen, jedoch auf die andere: Die Angst vor Formularen bzw. die Frage "Was muss ich denn jetzt machen?"
Auf diese Themen ist man/frau in der Regel schlecht vorbereitet, und im jungen Alter gibt es auch wenige aus dem privaten Bekanntenkreis, die Tipps geben können. 

Daher vielleicht der wichtigste Tipp: Lassen Sie sich helfen, wo es nur geht!  

Und was sind nun die ersten Schritte im Dschungel der Bürokratie?

a)
Wenn irgendwo ein sozialer Dienst zu greifen ist, sofort einen Termin vereinbaren.
Die Mitarbeiter der sozialen Dienste helfen gern weiter, haben oft auch die notwendigen Formulare parat und können mit Ihnen in Ihrem individuellen Fall klären, was zu tun ist.

b)
Auch hilft der eine oder andere Arzt gern weiter, wenn er überzeugt ist, dass Sie für längere Zeit nicht arbeitsfähig sind. Fragen Sie, löchern Sie ihn. Der Arzt kennt diese Fälle aus seinem Alltag, weiß auch, wie das Prozedere läuft. Und vergessen Sie nicht: Letztlich sind Sie bei der Begutachtung immer wieder genau auf diese Ärzte in Hinblick auf Atteste, Begutachtung etc. angewiesen. 

c)  
Gut ist auch, mit der Krankenkasse zu telefonieren bzw. nachzuhaken, wie lange das Krankengeld bezahlt wird. Dann haben Sie hier zumindest einmal Klarheit. Auch hilft die eine oder andere Kasse gern weiter in Hinblick auf Reha- oder Rentenverfahren.

d)
Falls von ärztlicher Seite angeraten ist, sich mit dem Thema "Berufsunfähigkeitsrente" (befristet oder unbefristet) zu beschäftigen, lassen Sie sich Antragsformulare zusenden von Ihrer Rentenversicherung, und vereinbaren Sie eventuell bereits einen Termin beim Rentenberater der Versicherungen, um sich alles erklären zu lassen.  

e)
Sollten Sie eine private Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen haben, rufen Sie auch diese an. Oder Sie überlassen es Ihrem Versicherungsmakler, diese Aufgabe zu übernehmen. In der Regel schickt die Versicherung dann sehr schnell detaillierte Fragebögen zu, die es auszufüllen gilt.

f)
Und dann gibt es ja auch noch den Arbeitgeber, den es zu informieren gilt. Eine harte Aufgabe, die jedem schwerfallen wird. Aber wenn Sie irgendwie können: Besprechen Sie das Thema mit Ihrem Arbeitgeber in einem persönlichen Gespräch - ein guter Arbeitgeber wird es zu schätzen wissen.