Ungewollt kinderlos und Künstliche Befruchtung

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Immer mehr Paare in Deutschland sind ungewollt kinderlos. Viele ziehen irgendwann die Möglichkeit der medizinischen Unterstützung, u.a. durch künstliche Befruchtung, in Betracht. Sollten Sie in einer solchen Lage sein, haken Sie bitte vorab bei Ihrer Krankenkasse nach, inwieweit sie die - teilweise doch sehr hohen - Kosten übernimmt.

Ich habe einmal bei meiner Krankenkasse nachgehakt. Eine künstliche Befruchtung wird von meiner Krankenkasse übernommen, wenn wir verheiratet sind. Meine Frau und ich müssen mind. 25 Jahre alt sein. Übrigens dürfte ich höchstens 49 Jahre alt, meine Frau höchstens 39 Jahre alt sein.

Für unsere IVF-Behandlung hat die Krankenkasse acht Versuche genehmigt - obwohl offiziell nur bis zu drei bezahlt werden. Insgesamt müssen wir jedoch 50 Prozent der Kosten tragen, die restlichen 50 Prozent bezahlt die Kasse. Bei der ICSI-Methode werden laut unserer Ärztin übrigens nur drei Versuche von der Kasse gezahlt.


9 Kommentare

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Anbei ein Urteil in Hinblick auf die Altersgrenze: Eine 41-jährige Hamburgerin klagte die Kostenübernahme für eine künstliche Befruchtung ein, hatte jedoch keinen Erfolg.

Mehr unter:

http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/35643/Altersgrenze_bei_kuenstlicher_Befruchtung_bleibt.htm

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Hi,

ein weiteres Urteil ist in den letzten Tagen bekannt geworden:

Nach einem Urteil des Verwaltungsgerichts Aachen haben auch Beamtinnen ab 40 Jahren haben keinen Anspruch auf Kostenübernahme für eine künstliche Befruchtung. Dies gilt auch dann einzuhalten, wenn die Betroffene noch vor ihrem 40. Geburtstag alle Vorbereitungsgespräche geführt habe.

Übrigens:
Bei Beamtinnen übernimmt die Beihilfe die Kosten. Diese hält sich jedoch grundsätzlich an die herkömmlichen Regelungen, die auch für die gesetzliche Krankenkassen gelten.

Weitere Infos finden Sie unter: Az.: 7 K 102/11

Quelle: www.aerztezeitung.de

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In der aktuellen Brigitte (Heft 4 vom 30.01.2013) finden Sie ein Dossier zum Thema "Kinderwunsch - was tun, wenn's nicht klappt". Frauen erläutern ihren Weg, zeigen dabei auch Vor- und Nachteile auf. Auch über die Kosten wird berichtet!

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In dem obig benannten Dossier wird die Frage, welche Kosten von der Krankenkasse übernommen werden, noch einmal konkret beantwortet:

a)
Gesetzliche Krankenkassen bezahlen die Diagnostik und übernehmen bei maximal drei IVF- oder ICSO-Behandlungszyklen jeweils 50 Prozent der Kosten. Die Altersgrenze wird oben ja bereits erwähnt. Zudem müssen die Partner verheiratet sein!

b)
Private Kassen haben keine Altersgrenze. Jedoch haben sie andere Ausschlusskriterien: Die Kostenübernahme wird nur bewilligt, wenn der behandelnde Arzt ein Schwangerschafts-Wahrscheinlichkeit der Frau von mindestens 15 Prozent bescheinigt (was bei Frauen, die älter als 40 sind, meist nicht mehr der Fall ist).

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Übrigens gibt es in einigen Bundesländern wie z.B. Sachsen und Sachsen-Anhalt einen zusätzlichen Zuschuss bei den Behandlungen. Einfach beim Arzt mal nachhaken!

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Nachtrag:

Niedersachsen hat Ende 2012 auch beschlossen, die Behandlungen zu bezuschussen. Siehe hier.

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...und wer sich noch in die juristische Komplexität des Themas einlesen möchte, dem empfehle ich folgenden link:

anwalt.de - Kostenübernahme künstlicher Befruchtung.

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Neue Nachrichten aus der Ärztezeitung:

Die Knappschaft übernimmt künftig für ihre Versicherten 25 Prozent der Kosten bei einer In-vitro-Fertilisation (IvF). Das haben der Vorstand und die Vertreterversammlung der Kasse beschlossen.

Vorausssetzung:
Beide Partner müssen bei der Knappschaft versichert sein. Dann wird ein Anteil von 25 Prozent bezahlt.

Anmerkung:
Die bisherigen Regelungen sehen vor, dass bei den ersten drei Versuchen 50 Prozent der Kosten durch die jeweilige Krankenkasse übernommen werden. Mindestens 25 Prozent, wenn nicht gar die restlichen 50 Prozent, trägt das Paar zurzeit noch selbst.


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Ach ja, noch was: Auch Mecklenburg-Vorpommern hat laut der Ärztezeitung angekündigt, einen Teil der Behandlungskosten zu tragen. Zurzeit ist die Rede von 12,5 Prozent.

Damit wären es schon vier Bundesländer.

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