Urlaubsanspruch - auch für Mini-Jobber, ALG 2 und Kranke

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Urlaub für Mini-Jobber

Mini-Jobbern steht - wie allen abhängig Beschäftigten - in jedem Fall der gesetzliche Mindesturlaub nach dem Bundesurlaubsgesetz zu. Während des Urlaubs muss der Arbeitgeber also wie bei allen anderen Arbeitnehmern den vollen Lohn fortzahlen.

Urlaub mit Arbeitslosengeld II

Für drei Wochen im Jahr dürfen die Bezieher von ALG II mit Zustimmung des Amtes in Urlaub fahren - soweit dadurch nicht ihre Vermittlung in Arbeit gefährdet ist. Die Geldzahlungen laufen in dieser Zeit weiter.

Leistungsbezieher müssen ihre urlaubsbedingte Ortsabwesenheit in jedem Fall vom zuständigen Amt vorher genehmigen lassen. Das OK zum Urlaub gibt es - genau wie Beziehern von Arbeitslosengeld 1 - in der Regel leider nur sehr kurzfristig, manchmal erst eine Woche vor dem geplanten Urlaubsbeginn. Was leider Frühbuchertarife, Reservierungen etc. sehr schwierig macht. Daher sprechen Sie bei einem geplanten Urlaub unbedingt vorab mit der ARGE, und warten Sie auf ein OK, damit Ihnen keine ungeplanten Rücktrittskosten oder weiterer Ärger entstehen. Wichtig ist auch, dass Sie sich nach einem Urlaub sofort wieder bei der ARGE zurückmelden, damit Ihre Leistungen weiterfließen.

Urlaub bei längerer Arbeitsunfähigkeit
Sollte jemand das Pech haben, für längere Zeit krank zu werden, entscheidet natürlich erst einmal die Gesundheit - und der behandelnde Arzt. Daher sollten Sie bei einem geplanten Urlaub bzw. bei einer längeren Fahrt  sicherlich vorab immer mit Ihrem Arzt des Vertrauens sprechen, und seine Meinung auch ernst nehmen.

Ist es für ihn in Ordnung, und planen Sie einen Urlaub oder Aufenthalt bei entfernten Familie/Freunden in Deutschland, ist damit alles in Ordnung. Sinnvoll ist es sicherlich, sich direkt nach dem Urlaub dann wieder bei Ihrem Arzt zu melden.

Bei Urlaubswunsch im europäischen Ausland muss darüberhinaus vorab das OK von der Krankenkasse eingeholt werden, was Sie in der Regel erst erhalten, wenn ein Attest Ihres Arztes mit eingereicht wird. D.h. zuerst zum Arzt, Ok einholen, Attest anfordern, Attest zur Krankenkasse, dort entscheidet der Medizinische Dienst, Antwort abwarten. Wenn nach diesem Prozedere ein OK folgt, können Sie unbesorgt Ihren Urlaub im europäischen Ausland buchen!

Wichtig ist jedoch, dass eventuelle Krankengeldzahlungen nur für Deutschland gelten.
D.h. die Krankengeldzahlung wird für den Zeitraum ausgesetzt, den Sie im europäischen Ausland verbringen.  

Das Prozedere "Urlaub im nicht-europäischen Ausland" kenne ich leider nicht, wobei ich mir jedoch auch nicht vorstellen kann, dass ein Patient mit schwerer bzw. chronischer Krankheit allein den Flug gut übersteht.

Aber vielleicht gibt es ja auch hier Ausnahmen. 
Vielleicht kann ja hier jemand etwas dazu beisteuern?