Aussteuerung - und was mache ich jetzt?

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Sie haben den Brief von der Krankenkasse erhalten, in dem steht, dass die Höchstbezugsdauer für Ihr Krankengeld zu Ende geht?
Einen Termin wird Ihnen von der Krankenkasse bestimmt auch schon genannt. Meist erhalten Sie die Ankündigung ca. drei Monate vor Auslaufen des Krankengeldes.  

Geraten Sie jetzt aber bitte nicht in Panik. Lesen Sie sich den Brief genau durch, am besten lassen Sie noch jemand anders, einen Unbeteiligten, "drüberschaun". Reden Sie vor allem auch mit Ihrem behandelnden Arzt darüber, wie es für Sie weitergehen soll.

Handlungsmöglichkeiten haben Sie folgende:

a)
Wenn Sie wissen, dass Sie in den nächsten Wochen bzw. Monaten wieder arbeitsfähig sein werden, sollte Sie dieses Schreiben nicht belasten. Dann ist es für Sie erst einmal unwichtig.

b)
Wenn Sie bereits so lange krank sind und auch keine Besserung absehbar ist, haben Sie sich sicherlich schon überlegt, ob Sie nicht EM-Rente einreichen sollten. Vielleicht wurden Sie hier ja auch bereits von Ihrem Arzt oder von einem Krankenhaus angesprochen. Und vielleicht haben Sie den Rentenantrag ja bereits eingereicht, der jetzt in Bearbeitung ist. Wenn nicht, dann sprechen Sie es spätestens JETZT an.

c)
Überprüfen Sie noch einmal die Daten, die von der Krankenkasse errechnet wurden. Stimmen diese genau? Stimmen Ihre Berechnungen mit denen der Krankenkasse überein?
Wichtig: Sollte Ihnen etwas unklar sein, können Sie bei der Krankenkasse nachfragen.
Sollte etwas unrichtig sein, haben Sie ein Anrecht auf Anhörung (bzw. Stellungnahme); Formulare für diese werden von der Krankenkasse meist bereits mit beigelegt.
Ein Tipp: Hier ist sicherlich eine rechtliche Beratung und auch die Unterstützung Ihrer behandelnden Ärzte angesagt, da es wahrscheinlich nicht unwichtig ist, wie die Gegenargumente vorgetragen werden. Achten Sie vor allem auf die relativ kurzen Fristen, die Ihnen in dem Bescheid genannt werden.

d)
Sie haben in der Regel nach Aussteuerung Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 oder 2. Dies wiederum hängt von Ihrer Beschäftigungsbiographie, bisherigen in Anspruch genommenen Arbeitslosenggeldern etc. ab. Zur Abklärung des Anspruches gehen Sie zum Arbeitsamt. Fragen Sie am besten vorab über die Hotline an, was Sie für das erste Gespräch mitbringen müssen. In der Regel reicht beim ersten Mal Ihr Personalausweis und der Aussteuerungsbescheid von Ihrer Krankenkasse völlig aus.

Weitere Informationen finden Sie unter anderem bei:

http://www.sozialblog.de/blog/2008/03/aussteuerung-und-wie-geht-es-w.html
http://www.sozialblog.de/blog/2008/02/aussteuerung-der-erste-schritt.html
http://www.sozialblog.de/blog/2008/02/aussteuerung-was-ist-das-2.html