Habe ich das Recht, eine Zweitmeinung einzuholen?

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Grundsätzlich ja.

Gerade bei komplexeren Behandlungen oder Operationen ist dies sogar sinnvoll, bei schwereren Erkrankungen dürften Sie sogar einen dritten Experten zur Rate ziehen. Hier jedoch der Tipp, vorab noch einmal mit der Krankenkasse Rücksprache halten, da Theorie und Praxis ja oft unterschiedlich gehandhabt werden. Und Sie sollen ja nicht auf den Kosten sitzen bleiben.

Wichtig ist in der Praxis:
Wenn Sie ein objektives Urteil haben wollen, sollten Sie bei einer weiteren Beurteilung Ärzte zu Rate ziehen, die kein eigenes Interesse an einer einer Durchführung der empfohlenen Behandlung haben.

Ein Arzt muss seinem Kollegen für eine zusätzliche Beurteilung auch die Behandlungsunterlagen übermitteln bzw. zur Verfügung stellen (in der Praxis passiert jedoch dies oft nur, wenn Sie selbst vorbeikommen und diese abholen, das sollten Sie in Betracht ziehen).

Wenn Sie Bedenken haben, Ihrem Arzt zu sagen, dass Sie seine Diagnose bzw. seinen Behandlungsvorschlag überprüfen lassen wollen, können Sie auch Ihre Behandlungsunterlagen aushändigen lassen und/oder auf eigene Kosten kopieren (lassen). Auch Röntgenbilder muss Ihnen Ihr Arzt ausleihen, wenn Sie ihn darum bitten. Worauf Sie jedoch gefasst sein sollten: In der Praxis dürfte ein interessierter Arzt sicherlich nachfragen, wofür Sie die Unterlagen brauchen.


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Wichtiger Tipp in diesem Zusammenhang: Immer mehr Krankenkassen bieten inzwischen fachärztliche Zweitmeinungen am Telefon (z.B. das TK-Zweitmeinungstelefon) an. Auch können bei den Krankenkassen Zweitmeinungen über ein Kontaktformular angefordert werden.

Haken Sie einfach einmal bei Ihrer Krankenkasse nach. Es lohnt sich sicherlich und spart in unklaren Fällen Nerven!