Hausbesuch - Darf dieser vom Arzt abgelehnt werden?

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Da ich ja leider öfters so heftige Schmerzen habe, dass ich nicht mehr aus dem Bett bzw. aus der Wohnung komme, haben mich manche Bekannte schon mal gefragt, was ich dann tue... 

Grundsätzlich ist es so, dass ich schon einigermaßen damit klarkomme... Aber was ist, wenn meine Beschwerden so stark werden, dass ich Angst bekomme und nicht weiter weiß?

Hausbesuch gibt es ja in der Praxis nicht mehr. Denn die meisten Hausärzte machen kaum mehr Hausbesuche, in der Stadt noch weniger als auf dem Land. Was ich auch verstehen kann, wenn ich die teilweise sehr vollen Praxen sehe.

Und wie sieht das rechtlich aus? Grundsätzlich bzw. juristisch ist es so, dass ein Arzt den Hausbesuch nur aus schwerwiegenden Gründen ablehnen kann, z.B. wegen dringender Behandlung anderer Patienten vor Ort. Und das sieht wahrscheinlich auch jeder ein: Keiner kann erwarten, dass sein Arzt die anderen Patienten sitzen lässt, um einen Patienten zuhause zu besuchen. Ich persönlich würde da wahrscheinlich auch vor lauter schlechtem Gewissen im Erdboden versinken...

Bei schwerwiegenden Problemen, die den Weg zum Arzt verhindern, ist es daher eigentlich klar: Ärztlicher Notdienst.  

Aber manchmal gibt es auch einen Mittelweg. Ich habe hier z.B. mit meinem Hausarzt eine Vereinbarung getroffen. Ich rufe an, wenn ich das Gefühl habe, nicht mehr allein klarzukommen mit heftigen Beschwerden. Telefonisch beraten wir dann, was zu tun ist, z.B. ob ich doch irgendwie versuchen will, mit einer Begleitung bzw. mit dem Taxi vorbeizukommen, oder ob ich die Medikation hochschraube, oder ob der ärztliche Notdienst notwendig ist...  

Was natürlich auch nur möglich ist, weil meine Krankheit chronisch und ihm damit bekannt ist - und weil er weiß, dass ich inzwischen mit den Medikamenten gut umgehen kann. Aber oft ist allein das Telefonat schon eine Hilfe.