Krankengeld

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Bei Krankschreibung besteht grundsätzlich ein Anspruch auf 42 Tage Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber. Es gibt aber auch Arbeitsverträge mit längerer (zum Beispiel im Öffentlichen Dienst) und kürzerer Laufzeit der Entgeltfortzahlung. Auch die Satzungen der Krankenkassen können eine längere Entgeltfortzahlung bestimmen. Hier schauen Sie sich die Schriftstücke am besten genauer an, oder haken nach.

Wichtige Ausnahmen!!

- Die ersten vier Wochen bei der Neuaufnahme einer Beschäftigung
- Krankheitszeiten wegen der gleichen Erkrankung innerhalb des letzten halben Jahres bzw. innerhalb von einem Jahr nach der Krankschreibung wegen derselben Diagnose.

Danach folgt das Krankengeld, bezahlt von der Krankenkasse. Um die Höhe des Krankengeldes zu bestimmen, werden die Monatsgehälter durch 30 geteilt. Tagesgehälter werden durch gearbeiteten Stunden geteilt. Dieses Ergebnis wiederum wird mit der arbeitsvertraglichen wöchentlichen Arbeitszeit vervielfältigt und danach durch 7 geteilt.

Die Einmalzahlungen aus dem letzten Jahr werden durch 360 geteilt und ebenfalls berücksichtigt.

Vom obigen Ergebnis aus dem Brutto-Einkommen werden 70 Prozent berechnet und mit dem relevanten Ergebnis des Netto-Einkommens (90 Prozent des Netto-Einkommens) verglichen. Der niedrigere Betrag davon ist das Brutto-Krankengeld. Von diesem Betrag sind dann noch die Arbeitnehmerbeiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung zu entrichten.

Bezieher vom Arbeitslosengeld I erhalten das Krankengeld in Höhe des Arbeitslosengeldes I ausgezahlt.

Der Höchstanspruch des Krankengeldes beträgt 78 Wochen (546 Tage) innerhalb von drei Jahren. Die Blockfrist der drei Jahre beginnt mit dem ersten Eintritt der Erkrankung. Bitte beachten Sie, dass Sie die Zeit der Entgeltfortzahlung bzw. eventuelle Reha-Zeiten (auch wenn Sie hier durch den Deutschen Rentenbund unterstützt werden) hier mit einrechnen müssen.

Während des Krankengeldbezuges entstehen Ihnen Pflichten. Sollten Sie diesen Pflichten nicht nachkommen, kann Ihnen das Krankengeld versagt oder gesperrt werden. Termine zur Vorstellung beim Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) sollten Sie daher unbedingt wahrnehmen und als Chance begreifen, dass Ihre Erkrankung bestätigt wird. Urlaub sollten Sie rechtzeitig vor der Abreise bei der Krankenkasse beantragen (oft wird hierfür ein ärztliches Attest benötigt, das besagt, warum der Urlaub notwendig und trotz Krankheit machbar ist), damit Ihnen keine finanziellen Verluste entstehen. Bitte beachten Sie hier auch, dass Urlaube im Ausland während einer Krankschreibung nur bedingt möglich sind bzw. die Krankenkasse diesen Urlaub zwar genehmigen, jedoch die Krankengeldzahlung für die Aufenthaltszeit im Ausland ausschließen kann.

 

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