Ergotherapie für Erwachsene - Was ist das?

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Ergotherapie für Kinder kennen viele.
- Aber für Erwachsene?
- Wann ist diese sinnvoll?
- Und was ist Ergotherapie überhaupt?

Vielleicht beantworte ich die letzte Frage zuerst:

Ergotherapie hat eine medizinische und sozialwissenschaftliche Basis - und ist primär eine handlungsorientierte Therapie. Sie begleitet und unterstützt Menschen, die durch Krankheit bzw. Behinderung in ihren alltäglichen Fähigkeiten eingeschränkt oder von Einschränkung bedroht sind. So wird z.B. jemand nach einem Schlaganfall mit den einfachsten Dingen im Alltag oft nur durch Ergotherapie wieder zurecht kommen, sei es "Schuhe binden", "Mit Gabel und Messer essen". Oft geht es auch u.a. darum, mit der jeweiligen Krankheit, den Symptomen, z.B. den Schmerzen besser umzugehen - und so im Alltag wieder verstärkt handlungsfähig zu werden.

Ergotherapie für Erwachsene wird auf drei Gebieten angeboten:

- Neurologie (z.B. Zustand nach Schlaganfall, Multiple Sklerose, Schädel-Hirn-Trauma)
- Psychiatrie (z.B. Depression, Eßstörungen, Traumastörungen)
- Orthopädie (z.B. Rheuma, Athrose, Fibromyalgie)

In der Regel sind jedoch nicht alle Ergotherapeuten für alle Felder zuständig bzw. ausgebildet. D.h. nicht jede Ergotherapie-Praxis behandelt jede Krankheit. Was wiederum dazu führt, dass betroffene Patienten gut recherchieren müssen, bei dem verschreibenden Arzt nach Tipps fragen sollten und sich auch vorab bei den einzelnen Praxen erkundigen sollten, ob ihre Krankheit behandelt wird.

Die Kosten der Behandlungen übernehmen, nach ärztlicher Verordnung, die gesetzlichen Krankenkassen und die privaten Krankenversicherungen. Eine Zuzahlung ist jedoch wie bei der Physiotherapie erforderlich. Diese wird nach dem Krankheitsgebiet und der Stundenanzahl genauestens berechnet.


2 Kommentare

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Tipp: Es gibt inzwischen auch Ergotherapie-Praxen, die Hunde- bzw. Tierbegleitete Ergotherapie anbieten; sowohl für Kinder als auch für Erwachsene.

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Und noch ein Tipp: Gerade in den großen Krankenhäusern und Kliniken gibt es auch Angebote für ambulante Ergotherapie, u.a. auch für Erwachsene. Ich mache diese nun seit einigen Wochen, und kann für mich nur feststellen, dass der Wechsel von einer kleinen Ergotherapie-Praxis (die auch zu 80 Prozent Kinder behandelte) zu einer größeren Uniklinik-Ergotherapie-Praxis sehr gut war.

Dortiger Vorteil:
- Mehr Erfahrung mit unterschiedlichen Krankheiten,
- unterschiedliche Arbeitstechniken, mehr Möglichkeiten als in einer kleineren Praxis etc.,
- mehr Räume,
- Gruppentherapien möglich.
- Zumindest hier in der Ergotherapie-Praxis der Uni-Klinik können sogar Arbeitserprobungen in unterschiedlichen Bereichen durchgeführt werden.

Nachteil:
- Mehr Trubel, mehr Menschen
- Weniger familiär