Wunder gibt es immer wieder - Erstattung von Anwaltskosten durch die Deutsche Rentenversicherung

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Ja, so etwas gibt es.

Wenn frau so ein komplizierter Fall ist, dass ein Reha-Widerspruch länger als ein Jahr dauert, die Vorgesetzten hinzugezogen werden müssen, und kaum einer mehr durchblickt, weil anfangs jemand einen Fehler gemacht hat, der nicht mehr rückgängig gemacht werden kann...
(Kurzer Abriss, stark gekürzt: Ich musste einen Reha-Antrag stellen auf Bitte der Krankenkasse, da ich schon länger krank geschrieben war; obwohl ich nicht rehafähig war, und eigentlich in ein Krankenhaus wollte; das Krankenhaus wurde mir erst genehmigt nach einigen Widersprüchen, einem Anwalt und nachdem  unabhängige Gutachter der Krankenkasse deutlich machten, dass genau dieses Fachkrankenhaus meine Krankheit behandelt und die Uni-Klinik vor Ort mir in dem Fall nicht helfen kann; einige Monate stellte ich den Rentenantrag im Krankenhaus, da klar wurde, dass es länger dauern wird mit der Heilung; leider bin ich jedoch immer noch nicht rehafähig; leider kann ein Reha-Antrag nicht so leicht zurückgezogen werden; aber da "Reha vor Rente", konnte wiederum der Rentenantrag nicht bearbeitet werden; der Gutachter der Rentenversicherung hatte dann vor Ort die Unterlagen nicht gelesen und verstand den Fall nicht mehr; Missverständnisse ohne Ende....)

... ja, dann ist die Rentenversicherung wirklich und wahrhaftig bereit, die Kosten für den Anwalt, den ich irgendwann hinzuzog, zu erstatten.

Wobei ich hinzufügen muss, dass ich einen tollen Anwalt hatte, der von sich aus die Rentenversicherung auf das Thema noch einmal ansprach. Ich selbst hätte dies nie getan.

Ich bekam daher einige Wochen nach dem Bescheid einen Brief: "Die Ihnen durch das Widerspruchsverfahren entstandenen Aufwendungen werden auf Antrag dem Grund in vollem Umfang erstattet. Die Zuziehung eines Bevollmächtigten war erforderlich (Kostengrundentscheidung). Die Kostenentscheidung beruht auf § 63 des Zehnten Sozialgesetzbuches (SGB X)."

Und weinte vor Glück. Bei allem, was war und ist, ist es schön, wenn die Bürokratie zwischendurch selbst erkennt, wie unüberwindlich alles für "Otto Normalverbraucher" zu sein scheint. Und wie viel Fehler passieren können, wenn eventuelle Einzelfälle nicht zur richtigen Zeit als solche erkannt werden - und sich der Gesundheitszustand der Patientin dann nur noch verschlechtert durch das gesamte Verfahren.

In dem Zusammenhang kann ich nur raten, so früh wie möglich mit einem Anwalt zusammenzuarbeiten bei solchen Themen.