Kann mich die Krankenkasse zwingen, einen Reha-Antrag zu stellen?

|

Grundsätzlich: Ja!

Wenn die Erwerbsfähigkeit des Versicherten nach ärztlichem Gutachten erheblich gefährdet oder gemindert ist, kann die Krankenkasse dem Versicherten eine Frist von 10 Wochen setzen, um einen Reha-Antrag zu stellen.

In der Praxis gibt es jedoch wie so oft Sonderfälle. So beantragte ich z.B. vor einiger Zeit einen stationären Aufenthalt in einer spezialisierten Fachklinik, zu der mir auch bereits einige Ärzte geraten hatten. Die Krankenkasse wollte die Kosten jedoch nicht tragen. Im ersten Schritt lehnte sie die Behandlung ab mit dem Argument, dass eine ambulante Behandlung ausreichen würde. Im zweiten Schritt nach meinem Widerspruch dann erhielt ich obige Aufforderung, da der MDK nun der Meinung war, dass meine Arbeitsfähigkeit erheblich gefährdet sei...

Hier habe ich damals den Fehler gemacht, und mich von der Aufforderung einschüchtern lassen. Letztlich hat die Krankenkasse ja das Recht, das Krankengeld zu stoppen, wenn ich der Aufforderung nicht nachkomme.

Laut des später eingeschalteten Anwalts hätte ich jedoch damals hart bleiben müssen, und auf die stationäre Behandlung in der Fachklinik bestehen müssen. Aber wie er auch sagte: "Es war ein sehr spezieller Sonderfall, den alle zu spät als solchen bearbeitet haben".

Also:Schauen Sie für sich immer wieder genau nach, und besprechen Sie vor allem mit Ihren behandelnden Ärzten und idealerweise Rechtsbeauftragten, was zu tun ist.