Warum sind so viele Medikamente rezeptfrei?

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Viele kennen es: Medikamente, die sie früher noch vom Arzt verordnet bekamen, können nur noch in extremen Ausnahmefällen auf Kassenrezept verschrieben werden. Einen großen Teil ihrer Medikamente bezahlen viele Patienten inzwischen selbst. Gleichzeitig sind die Vertriebswege, über die Medikamente beschafft werden können, vielfältiger geworden. Und die Anzahl der rezeptfreien Arzneimittel nimmt zu. Die Anzahl der Deutschen, die sich selbst medikamentös behandeln, somit auch.

Gegen eine verantwortungsvolle Selbstmedikation ist sicherlich nichts einzuwenden. Sie ist sogar wünschenswert. 

Parallel  wird jedoch festgestellt, dass immer mehr Deutsche rezeptfreie Arzneimittel für "nicht so wirksam" oder sogar "unwichtig" behandeln - hauptsächlich zurückzuführen auf das fehlende Rezept. Oft beschweren sie sich sogar bei ihrem Arzt, wenn dieser ihnen eins dieser "weniger guten" Medikamente verschreibt. Nach dem Motto "Das kann ich mir ja selbst aus der Apotheke holen".

Rezeptfreie Arzneimittel sind jedoch meist nicht weniger wirksam als die verschreibungspflichtigen - und oft das Mittel der Wahl. Sie wurden von den Krankenkassen nur aufgrund von Kostengründen aus der Kassenerstattung herausgenommen, nicht aufgrund der Wirkung. Zum großen Teil sind sie vom Gesetzgeber als gut verträglich und daher auch im Sinne einer Selbstbehandlung als entsprechend sicher bewertet worden.

Trotzdem haben auch diese Medikamente Nebenwirkungen und Grenzen, und sollten somit nicht zu leichtfertig bzw. nicht zu häufig ohne Beratung eingenommen werden. In der Apotheke oder bei Ihrem Arzt hilft man immer gern weiter.

 




 

2 Kommentare

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Hi,

aus eigener Erfahrung finde ich es ziemlich wichtig, dass mein Hausarzt auch weiß, was ich ansonsten an Medikamenten einnehme. Einmal gab es bei mir nämlich Komplikationen mit einem Medikament...

Gleichzeitig bin ich auch immer dankbar, Empfehlungen von meinen Ärzten zu bekommen. Und das sogenannte "grüne Rezept" ist für mich auch eine Merkhilfe.

Daher mein Tipp: Auch bei Selbstmedikation, was ja erst einmal eher positiv zu sehen ist, den Arzt informieren und mit ihm bei Gelegenheit besprechen, ob dies in Ordnung ist.

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Ein Interview, was ich zu dem Thema recht interessant fand:

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/?sid=532886