Barrierefreie Praxen

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"Wie komme ich in die Praxis mit meinem Rollstuhl?", "Sind dort Aufzüge, ist die Tür breit genug?", "Wie funktioniert die Untersuchung, werde ich unterstützt?"...

Alles Fragen, die sich Behinderte stellen müssen - und auf die viele Ärzte und Praxen eine abschlägige Antwort erteilen müssen.

Für viele Arztpraxen trifft der Begriff "barrierefrei" leider noch nicht zu. Und so ist der Zugang für Frauen und Männer zu Gesundheitsdiensten, oft schon ein Problem, das vor der Tür beginnt. So die Apothekenrundschau in der jüngsten Ausgabe 10/2008.

Die Suche nach geeigneten Praxen und Ärzten wird somit schon manchmal zu einer Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. 

Unterstützung bzw. Adressen  finden Betroffene u.a. bei den diversen Selbsthilfeverbänden. Diese verfügen meist über Listen von Praxen, die barrierefrei zu erreichen sind.
Aber auch der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte e.V. in Düsseldorf (www.bvkm.de) kann hier weiterhelfen.

Für Behinderte mit Kinderwunsch ist der Bundesverband behinderter und chronisch kranker Eltern in Löhne (www.behinderte-eltern.de) sicherlich ein guter Ansprechpartner.  

Und zum Schluss noch ein Lichtblick: In Frankfurt tut sich was. Seit zehn Jahren wird dort das Projekt "Frau sein mit Behinderung" bei pro familia gefördert. Ein barrierefreier Zugang, große Praxisräume und die Möglichkeit und Unterstützung, um sich auch als Behinderte gynäkologisch untersuchen zu können, ist vorhanden. Informationen hierzu gibt es direkt bei pro familia Ortsverband Frankfurt am Main e.V. (Internet: www.pro-familia.de/frankfurt-main bzw. Telefonnummer 069/90 74 47 44).

Quelle: Apothekenrundschau 10/2008.

 



 

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Dieser Beitrag ist nun schon fünf Jahre alt. Aber es scheint sich leider nicht viel bewegt zu haben: Auf www.aerztezeitung.de erschien letztens ein Artikel, in dem mehr als ernüchternde Fakten aufgezählt waren:

Laut einer Auswertung der Stiftung Gesundheit bei den Allgemeinmedizinern (über 44 000 Allgemeinmediziner wurden befragt)nur zwei Prozent der Praxen mit geeigneten Untersuchungsmöbeln oder Behinderten-WCs eingerichtet.

Bei den 9500 erfassten Gynäkologischen Praxen konnten immerhin vier Prozent geeignete Untersuchungsmöbel vorweisen.

Rollstuhlgerechte Praxen wiederum gibt es etwas häufiger: Ca. 15 bis 28 Prozent der Facharztpraxen und 22 Prozent der Hausarztpraxen haben hier inzwischen vorgesorgt.

Es ist bitter zu beobachten, wie langsam hier notwendige Veränderungen umgesetzt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass sich hier auch unter den Ärzten etwas tut. Persönliche Initiativen sind hier wahrscheinlich motivierender als Verordnungen der Regierung. Letztlich geht es bei der Einrichtung der Praxen auch um das eigene Budget. Aber der eindeutige Verbesserungsbedarf und -potenzial bleibt nach wie vor.

Weitere Informationen zu der Auswertung finden Sie unter:

Behinderte bleiben im Gesundheitswesen weiter außen vor.