Beitragseinnahme durch Spekulationen fördern??

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Zwischenzeitlich haben wir uns ja wohl an die Kröte zum einheitlichen Krankenkassenbeitrag gewöhnt. Das zukünftig ca. 90 % aller Beitragszahler mehr bezahlen werden und die Arbeitnehmer (8,2 Prozent) mehr als die Arbeitgeber (7,3 Prozent) zahlen scheint hingenommen zu werden.

Dass die sich die Deutsche Rentenversicherung an der Börse spekuliert hat und "abgesicherte" Papiere gekauft hat, scheint akzeptiert zu werden. Schließlich muss monatlich mehr Rente bezahlt werden, als an Beiträgen eingenommen wird und irgendwie muss das Geld ja schnellstens vermehrt werden.

Mittlerweile wird aber auch immer klarer, dass nicht nur die Städt und Gemeinden sowie die Rentenversicherung an den Börsen spekuliert haben, sondern auch die Krankenkassen. Und zwar völlig legal.

Das Handelsblatt schreibt unter anderem, dass die Barmer Ersatzkasse über 200 Millionen Euro bei der deutschen Lehmann Tochter angelegt hat. Die Knappschaft rund 90 Millionen. Allerdings seien diese Einlagen jederzeit durch den Einlagensicherungsfond abgesichert gewesen und stets die gesetzlichen Bestimmungen insbesondere des SGB eingehalten worden. Somit waren die anvertrauten Vermögen der Beitragszahler nie gefährdet.

Mal sehen, ob sich noch mehr Versicherungen der Sozialversicherung melden, weil sie Beiträge an den Börsen angelegt haben, und ob die dann auch noch abgesichert sind.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/krankenkassen-in-der-lehman-falle;2074490

2 Kommentare

MT  Standard-Benutzerbild

Es kam die Frage auf, warum die Kassen mehr Erstattung als 20.000 Euro bekommen können.

So wie ich die rechtliche Situation verstehe sind die 20.000 Euro die
gesetzliche Sicherung, die für jede Bank in Deutschland gilt.

Darüber hinaus gibt es aber den Einlagensicherungs-Fond, dem viele
Banken und auch die deutsche Lehmann Tochter freiwillig angehören.
Der Einlagensicherungs-Fond deckt bestimmte Einlagenarten mit weit
größeren Beträgen ab (in die Millionen je Anleger).

Siehe auch Wikipedia und Financial Times:
http://de.wikipedia.org/wiki/Einlagensicherungsfonds

http://www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/:Lehman-Pleite-BaFin-stellt-Entsch%E4digungsfall-fest/431792.html?p=4#a1

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Jan hat recht mit seiner Darstellung. Um das sehr finanzlastige Thema noch einmal kurz aufzubröseln:

Gesetzlich vorgeschrieben ist eine Mindestabsicherung. Hiernach sind generell die Einlagen von Bankkunden bis zu einer Höhe von 90% der Kundengelder, maximal jedoch 20.000 Euro pro Bankkunde bei einer Bankenpleite geschützt. Neben diesem gesetzlichen Anspruch gibt es einen freiwilligen Einlagensicherungsfonds. Dieser schützt Geldanlagen, die über 20.000 Euro hinausgehen. Sparkassen haben ein eigenes System aufgebaut, das eine unbegrenzte Absicherung gewährleistet.

Es gibt übrigens die Möglichkeit, die Absicherung einzelner Banken beim Einlagensicherungsfonds abzufragen. der Link lautet:

http://www.bdb.de/html/verband/einlagensicherung.asp