Kurzarbeitergeld - was ist denn das?

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Die Finanzkrise greift weiter um sich. Die ersten Staaten befürchten die Staatspleite, die großen Arbeitgeber entlassen Zeitarbeitskräfte, bauen Überstunden ab, schrauben die Produktion zurück, verordnen verlängerte Urlaube und erwähnen bereits als vorletzten Ausweg die Kurzarbeit und das damit verbundene Kurzarbeitergeld, bevor das Personal entgültig abgebaut wird.

Doch was ist eigentlich Kurzarbeitergeld?

KuG bekommen Arbeitnehmer, bei  konjunkturellen Problemen des Arbeitgebers. Der Arbeitgeber ruft nur einen Teil der Arbeitszeit beim Arbeitnehmer ab, den Rest  Arbeitnehmer arbeitslos auf Zeit. Es sind beitragsfinanzierte Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Das KuG wird derzeit bis zu 6 Monate lang gezahlt (mittlerweile ist sogar schon eine Ausdehnung auf bis zu 18 Monaten in der Diskussion).


Wie viel erhalten die Arbeitnehmer? Die Berechnung ist sehr kompliziert und gerade für den Einzelfall ist diese Darstellung nur ein ungefährer Leitfaden.


Zunächst ist das eigentliche Bruttoarbeitsentgelt zu ermitteln. Alle sozialversicherungspflichtigen Entgeltbestandteile werden hierbei berücksichtigt, allerdings  weder Einmalzahlungen noch Mehrarbeitsvergütungen.


Nun wird ermittelt, was der Arbeitnehmer tatsächlich als (vermindertes) Bruttoentgeld inkl. Mehrarbeitsvergütungen erhalten hat.


Eigentliches und tatsächliches Brutto werden zunächst auf den nächsten durch 20 teilbaren Betrag gerundet. Nun erfolgt der Abzug einer Sozialversicherungspauschale von 21 %. Anschließend der Abzug der Lohnsteuer entsprechend der in der Lohnsteuerkarte eingetragenen Steuerklasse und des Kinderfreibetrags und der Abzug des Soli. Im Ergebnis haben wir nun zwei Nettobeträge, das eigentliche und das verminderte tatsächliche Nettoentgelt.Von diesen beiden beträgen wird die Differenz gebildet.


Das KuG, das von der Agentur für Arbeit gezahlt wird, beträgt bei Arbeitnehmern mit einem auf der Lohnsteuerkarte eingetragenen Kind 67 % bzw. bei allen anderen Arbeitnehmern 60 % der Nettoentgeltdifferenz (Betrag zwischen dem eigentlichen und tatsächlichem Nettogehalt).

2 Kommentare

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Hi,

die Ausdehnung auf 18 Monate wurde heute beschlossen.

Siehe folgenden Artikel von www.tagesschau.de:

Kabinett verlängert Kurzarbeitergeld auf 18 Monate

Kurzarbeitergeld kann künftig bis zu 18 Monate lang bezogen werden. Das Bundeskabinett stimmte in Berlin der Verlängerung der Bezugsfrist zu. Die neue Verordnung soll ab dem 1. Januar 2009 gelten und wird auf ein Jahr befristet. Die Verlängerung gilt für die Arbeitnehmer, deren Anspruch auf Kurzarbeitergeld bis zum 31. Dezember 2009 entsteht. Die Maßnahme ist Teil eines umfassenden Konjunkturpakets. Mit der verlängerten Bezugsfrist soll den betroffenen Arbeitgebern geholfen werden, die aktuelle Phase mit Auftragseinbrüchen und schlechter Auftragslage zu überbrücken, ohne die Arbeitnehmer zulasten der Arbeitslosenversicherung entlassen zu müssen.

Zunahme von Kurzarbeit erwartet Arbeitgeber könnten ihre eingearbeitete Belegschaft behalten, hieß es. In diesem Fall zahlt der Staat über die Bundesagentur für Arbeit (BA) den betroffenen Arbeitnehmern 60 Prozent ihres bisherigen Nettolohns. Das ist der gleiche Satz wie bei Arbeitslosigkeit. Dennoch ist die Finanzierung von Kurzarbeitergeld nach Angaben von Bundesarbeitsminister Olaf Scholz günstiger als die Bezahlung von Arbeitslosen. Nach Schätzungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der BA könnte sich die Zahl der Kurzarbeiter im nächsten Jahr auf 160.000 verdoppeln.

Die Große Koalition hatte das gesetzlich auf sechs Monate befristete Kurzarbeitergeld für das erste Halbjahr 2007 bereits einmal vorübergehend auf 15 Monate verlängert und dies dann auf zuletzt zwölf Monate zurückgenommen. Ab Januar 2009 sollte die Zahlung eigentlich wieder auf sechs Monate begrenzt werden.

http://www.tagesschau.de/inland/kurzarbeitsgeld100.html


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Betroffene Arbeitnehmer können Ihren Anspruch auf das Kurzarbeitergeld mit dem Online Rechner zum KUG hier berechnen:

http://www.kurzarbeit-aktuell.de/kurzarbeitergeld-berechnung.html

Benötigt wird hierfür das Sollentgelt, Istentgelt, Lohnsteuerklasse und ob ein Kinderfreibetrag vorhanden ist.

Grüße

Thomas