Keine ausreichende Versorgung HIV-/AIDS-Kranker in Hamburg ab 2009?

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Noch vor einigen Tagen auf der Gala der AIDS-Stiftung wurde laut dpa durch die Kanzlerin eine ärztliche Behandlung von HIV- und Aidspatienten in Deutschland auf gleichbleibend hohem Niveau zugesichert. Auch die Gesundheitsministerin betonte dies, gab ihr Wort dafür, schränkte aber auch gleich ein, dass dies nur solange gelten würde bis es neue Pauschalen gibt.

dpa Meldung zur AIDS Gala 2008

Tragisch, dass dies für Hamburg anscheinend nur noch bis zum 31.12.2008 wirkt. Denn ab dem 1. Januar 2009 haben die gesetzlichen Krankenkassen die Verträge für den besonderen Aufwand bei der Behandlung HIV-Infizierter Patienten in Hamburg gekündigt. Ersatzregelungen, die ab dem 1.1.2009 greifen könnten, gibt es nicht.

HIV- bzw. AIDS-Patienten werden oftmals in hausarztpraxisnahen Umgebungen betreut.  Das Anforderungs- und Leistungsprofil dieser Praxen ist nicht mit dem der klassischen Hausarztpraxis vergleichbar. Es wird von dem gesamten Praxisteam eine sehr hohe Spezialisierung und eine ständige intensive Weiterbildung gefordert. Die Komplexität der Behandlung bedeutet gleichzeitig einen sehr hohen Beratungsaufwand. Aus diesem Grund wurde bislang diese Leistung mit einer Sonderziffer bewertet und entsprechend honoriert.

Durch die Vertragslösung bedeutet dies, dass die ärtzlichen Einrichtung zwar weiterhin den Mehraufwand durch die besondere Situation ihrer Patienten haben, nicht aber hierfür eine Gegenleistung durch die Kassen erhalten. Ob und wie lange die Arztpraxen dies finanziell durchhalten können und die Patienten die bisher gewohnte Betreuung erhalten wird sich zeigen.

Lediglich die AOK Rheinland/Hamburg behält die bisherige Regelung zurzeit noch bei.