Was heißt eigentlich "Morbidität"?

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Der Begriff "Morbidität" leitet sich von dem lateinischen Wort "morbidus" ab, was übersetzt wird mit "krank". 

Somit zeigt die Morbidität (auch Krankheitsrate genannt) die Krankheitshäufigkeit bezogen auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe an. 

Im Zusammenhang mit der inkraft getretenen Gesundheitsreform spielt die Morbidität unter anderem in Bezug auf den Risikostrukturausgleich (RSA) bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) eine Rolle.

Der Risikostrukturausgleich wiederum sieht Ausgleichszahlungen zwischen den Gesetzlichen Krankenversicherungen vor, weil die einzelnen Kassen unter anderem aufgrund der unterschiedlichen Alters-, Krankheits- und Einkommensstruktur ihrer Versicherten unterschiedlich hohe finanzielle Lasten zu tragen haben. Bereits vor 2009 wurden die Risikobelastungen der einzelnen Krankenkassen berücksichtigt, die von einer überdurchschnittlich hohen Zahl chronisch kranker Versicherter ausgehen - leider wurden die notwendigen Merkmale bisher jedoch nur unzureichend erfasst.

Dies soll sich nun ändern: Die zwischen den Krankenkassen unterschiedlich verteilte Krankheitsbelastung (Morbidität) ihrer Versicherten soll in Zukunft gezielter ausgeglichen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat das Bundesversicherungsamt rund 80 Krankheiten festgelegt, für die die Gesetzlichen Krankenkassen Geld aus dem Morbi-Risikostrukturausgleich erhalten sollen. Soweit ich weiß, spielen hier die Anzahl der verordneten Medikamente, Krankenhausaufenthalte, EM-Rente etc. auch eine gewisse Rolle.

Ich habe mir mal die Liste der rund 80 Krankheiten angeschaut. Durch die vielen Diagnosen, die bei mir zutreffen, falle ich auf jeden Fall mit rein.

Merkwürdigerweise beeinträchtigen mich die Krankheiten, aufgrund derer meine Krankenkasse eine Ausgleichszahlung für mich erhält, zurzeit am wenigsten.

Die Krankheiten, die mich letztlich gezwungen haben, die EM-Rente einzureichen, wurden wiederum in den Katalog nicht aufgenommen. Bürokratie - ich werde sie nie verstehen!



2 Kommentare

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Hi,

der Morbitätsausgleich sorgt ja schon für immens für Trubel. Gerüchte über Krankenkassen, die ihre Mitarbeiter in die Arztpraxen schicken, um die Diagnosen zu "überprüfen", ja, sogar, Artikel über gewisse Summen, die für bestimmte Diagnosen bezahlt werden, habe ich in den letzten Tagen gelesen. Was wirklich stimmt, werden wir Patienten, und damit ja auch die Betroffenen, wahrscheinlich nie erfahren. Aber vielleicht fragt ja jeder beim nächsten Arztbesuch mal nach, mit welchen Diagnosen er/sie eigentlich im Praxissystem geführt ist? Denn letztlich sollte es uns Patienten ja am meisten interessieren, betrifft es und ja höchst persönlich, sozusagen am eigenen Leibe.

Wer mehr dazu lesen möchte, hier einige Artikel:

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/?sid=531233

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/?sid=531071

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ullas-fehlstart-mit-dem-gesundheitsfonds;2139770

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/geschacher-um-die-richtige-diagnose;2140218

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Ein Hörtipp für alle, die interessiert sind, eine möglichst objektive und informative Grundinformation zum Morbiditätsausgleich zu erhalten:

Deutschlandfunk: www.dradio.de
Rubrik: Audio on demand - Beiträge zum Nachhören: 10. Februar, 18:40 Uhr: Hintergrund: "Je kranker desto besser?"

http://ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2009/02/10/dlf_20090210_1840_ac7dc4b7.mp3