Wie gehe ich am besten mit IGeL-Leistungen um?

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In die Runde gefragt: "Wie oft werden Sie von Ihrem Arzt auf die sogenannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) angesprochen?"
 
Es gibt Ärzte, da wird Patient behandelt, und wenn IGeL in Betracht kommen, wird es kurz angesprochen... und dann gibt es Ärzte, die bewerben sehr offensiv ihre IGeL-Leistungen - durch Broschüren, Plakate und ähnliche Werbung. OK... Andere  schaffen es dann wiederum in einem 5-Minuten-Gespräch, drei unterschiedliche IGeL-Leistungen anzupreisen und wenden sich beleidigt ab, wenn Patient nicht bereit ist, diese in Anspruch zu nehmen. Und dann gibt es wiederum diejenigen, die ihre Praxishelferinnen vorschicken mit einem Schreiben oder einem Katalog und der Frage: "Was wollen Sie denn heute?"...

Sicherlich hat jede/r einmal ähnliche Erfahrungen gemacht. Ich persönlich bin immer wieder erstaunt, wie extrem die IGel-Dichte vor allem bei Frauenärztinnen und bei Orthopäden ist, während mir bei meinem Allgemeinarzt und Internisten fast noch nie etwas negativ aufstieß - obwohl ich dort auch schon Leistungen in Anspruch nahm, die ich separat bezahlen musste (z.B. Atteste, Urlaubsimpfung).

Anstrengend finde ich es auf jeden Fall, wenn ich das Gefühl habe, nicht "Nein" sagen zu können zu angepriesenen IGeL-Leistungen... obwohl ich mir nicht sicher bin, ob diese sinnvoll sind oder nicht. Und da ich mir sicher bin, mit diesem Thema nicht allein zu sein, anbei ein paar Tipps zum Umgang mit den sogenannten IGeL-Leistungen:

a) IGeL sind nicht medizinisch notwendig. Nehmen Sie sich Zeit für eine Entscheidung, da kein Grund zur sofortigen medizinischen Behandlung besteht

(Bekanntes Beispiel:
Die Ultraschalluntersuchung beim Frauenarzt war früher Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung, und wird seit einiger Zeit als IGeL geführt! Bestehen keine Beschwerden, ist dies auch korrekt. Dann kann die Patientin entscheiden, ob sie diese Leistung bezahlen möchte oder nicht. Wenn es jedoch aufgrund von Beschwerden medizinisch notwendig ist, einen Ultraschall durchzuführen, dann ist dies kein IGel, auch wenn vorab dies von der Sprechstundenhelferin erläutert wurde. Haken Sie hier nach. Hier sind schon etliche Mißverständnisse und Streitigkeiten aufgetreten.)

b) Informieren Sie sich genau, ob eine Leistung sinnvoll ist und lassen Sie sich ausführlich über die Qualität der Methode, Kosten, Risiken und Nutzen, evtl. auch andere Möglichkeiten der Behandlung aufklären.
Lassen Sie sich nicht abwimmeln, auch wenn manche Ärzte verärgert sind.  

c) Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse oder auch bei einer Patientenberatungsstelle, ob diese Leistung in Ihrem speziellen Fall sogar Kassenleistung ist
Z.B. fallen mir hier Behandlungsmethoden ein wie Akupunktur, Ernährungstherapie oder auch Vitamin B-Zufuhr oder eben gewisse Untersuchungen.

d) Vor der Durchführung einer IGeL muss ein schriftlicher Vertrag mit genauer Kostenaufstellung (nach Gebührenordnung für Ärzte) geschlossen werden.
Meistens werden hier gängig Vordrucke verwendet.Fragen Sie in der Praxis einfach nach.  

e) Für eine IGeL darf keine Praxisgebühr erhoben werden!

Quelle: U.a. UPD, VDK Dez. 2008/Jan 2009


2 Kommentare

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Grundsätzlich ist jede Leistung (ob IGeL oder Kassenleistung) kritisch zu prüfen! Ohne Zweifel gibt es jedoch auch ein paar "kuriose" Leistungen... Dazu möchte ich gerne auf folgenden Blogeintrag verweisen: http://www.monsterdoc.de/2009/meine-top-10-der-igel ;-).
Beste Grüße der Hausarzt

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Einen umfassenden Fragen- und Antwortenkatalog und Infoblätter zu den IgEL-Leistungen finden Sie übrigens auf folgender Seite: www.vorsorge-online.de. Gut finde ich hier vor allem, dass dem Leser sogenannte Richtgrößen genannt werden, an denen sie sich orientieren können.