Wie beantrage ich eine stationäre Reha?

|

Sie wollen, sollen oder müssen in eine Reha?

1. Weihen Sie Ihr Umfeld ein
Besprechen Sie mit Ihrem Arzt und/oder Therapeuten, welche Reha als notwendig erachtet wird. Gleichzeitig sollten Sie in Ihrem privaten Umfeld dieses Thema besprechen, bevor Sie sich an die Formalitäten und damit auch den Antrag wagen.

2. Bestimmen Sie Ihre Wunsch-Klinik
Viele lassen diesen Schritt aus bzw. überlassen die Klinikwahl dem Kostenträger. Was ich persönlich für nicht sinnvoll halte. So viele Reha-Kliniken es in Deutschland gibt, so unterschiedlich sind auch deren Angebote. Was für den einen gut und passend ist, ist für den anderen kontraproduktiv. Und der Kostenträger wird selbst bei ärztlichen Attesten, die ihm idealerweise zur Verfügung stehen, nie so gut entscheiden können wie Sie oder Ihr Arzt. Besprechen Sie unbedingt mit Ihrem Arzt/Therapeuten-in, welche Art der Reha-Klinik für Sie am geeignesten ist bzw. welche Angebote Ihrer Heilung zuträglich erscheinen. Überlegen Sie sich auch, über welche Strecke Sie reisefähig sind.

Ein Tipp: Machen Sie sich hier vorab unbedingt schlau über das Internet, über Broschüren, die Sie anfordern können, über andere Betroffene. Manche Kliniken bieten sogar Vorgespräche oder Besucherprogramme an, die Sie dazu nutzen können, um sich die Klinik und das Programm vorab genauer anzuschauen, wichtige Fragen zu stellen, und so zu einer fundierten Entscheidung zu kommen.

2. Klären Sie, wer der Kostenträger sein wird 
Dies ist - je nach Beruf und familiären Status - unterschiedlich. Meist kommt  einer der Rentenversicherungsträger (Deutsche Rentenversicherung, LVA, etc.) oder die Krankenkasse infrage. Bei nicht ausreichender Berufstätigkeit bzw. unzureichender Einzahlungszeiten in die Rentenversicherungen, was vor allem bei Jugendlichen der Fall ist, ist in der Regel die Krankenkasse zuständig. Tipp: Rufen Sie Ihre Krankenkasse an, erzählen Sie von Ihrem Vorhaben und fragen Sie nach, wer für Sie zuständig ist.

3. Fordern Sie bei dem Kostenträger die notwendigen Formulare an
Ist z.B. einer der Rentenversicherungsträger für Ihre Reha zuständig, können Sie die notwendigen Formulare (Reha-Antrag) direkt dort anfordern oder z.B. auch bei der http://www.deutsche-rentenversicherung.de/ unter dem Menuepunkt "Formulare und Publikationen" als pdf-Dokument herunterladen (man muss sich ein wenig durchklicken, aber es ist alles zu finden). Dieser Antrag sollte dann ausgefüllt zurückgeschickt werden. Vergessen Sie nicht, Ihre Wunschklinik zu vermerken - idealerweise fügen Sie noch eine Begründung hinzu. Ein Tipp: Besprechen Sie vorab mit Ihrem Arzt/Therapeuten, ob es sinnvoll ist, vorab bereits ärztliche Atteste oder Gutachten, Befunde etc. mitzuschicken.
Ist die Krankenkasse zuständig, müssen Sie sowieso vorab Ihre/n Arzt/Ärztin kontaktieren. Von ihm/ihr bekommen Sie dann ein Formular, mit dem ein stationärer Reha-Aufenthalt empfohlen wird, "da die ambulanten Maßnahmen nicht ausreichen und deshalb eine stationäre Reha sinnvoll wäre". Senden Sie dieses Formular an Ihre Krankenkasse, damit Sie von dieser wiederum die Antragspapiere für eine stationäre Reha erhalten. In den Papieren sind in der Regel Fragen von Ihrem behandelnden Arzt oder Ihnen selbst zu beantworten. Auch kann und sollte hier der Name der Wunschklinik eingetragen werden. Die ausgefüllten Papiere wiederum schicken Sie zurück an Ihre Krankenkasse, damit diese über die Antragsgenehmigung entscheiden kann. 

4. Zusage oder Absage
Der Antrag wäre damit erledigt. Dann heißt es erst einmal: Warten auf die Zusage. Seien Sie hier nicht zu ungeduldig. Einige Wochen können hier ins Land gehen.

Wenn die Zusage für Ihre Wunschklinik erfolgt, wird die Kostenzusage in der Regel auch direkt an die Klinik geschickt. Diese wiederum wird sich dann mit Ihnen in Hinblick auf die Terminlegung in Verbindung setzen.

Leider ist dies nicht immer der Fall. Wenn eine Ablehnung erfolgt, setzt oft Enttäuschung, Verzweiflung und Resignation ein. Viele geben dann auf. Leider!

Denn sehr oft wird der erste Antrag mit einer Absage, egal von welchem Kostenträger, beantwortet. Es lässt sich vortrefflich streiten über den Sinn und Unsinn, das Warum und Wieso... aber es ist Fakt! Viele Reha-Anträge werden erst einmal abgelehnt.
 
Hier möchte ich Ihnen Mut machen: Widersprechen Sie, wenn Ihnen Ihre Reha wichtig ist, und Sie diese wirklich benötigen. Tipps für den Widerspruch finden Sie in folgendem Beitrag:  

http://www.sozialblog.de/blog/2008/01/widerspruch-was-muss-ich-beach.html