Ab 1. April 2009 ist Paracetamol rezeptpflichtig

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In zwei Wochen werden Schmerz- und Fiebermittel mit dem Wirkstoff Paracetamol vom Arzt verschreibungspflichtig sein, sofern in der Packung mehr als 10 Gramm des Wirkstoffs enthalten sind. Zäpfchen sind davon nicht betroffen.

Als Begründung wird angegeben, dass Erwachsene aufgrund gesundheitlicher Risiken (Leberschädigung) pro Tag nicht mehr als 4 Gramm Paracetamol einnehmen sollten, und eine längere Einnahme vom Arzt kontrolliert werden sollte. Eine Überdosierung sollte unbedingt verhindert werden. Sollte Ihr Arzt Ihnen Paracetamol verordnen, sprechen Sie daher mit diesem bitte auch ab, was Sie ansonsten aktuell einnehmen. Denn Para
cetamol ist auch in einigen Kombinationsmedikamenten enthalten.

3 Kommentare

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Es gibt übrigens noch einen Grund für die Einschränkung: Nämlich ein drohender Medikamentenmissbrauch bei Paracetamol, vor allem durch Menschen mit Selbstmordabsichten.

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So ein Schwachsinn - ich war heute in der Apotheke. Bekomme jetzt keine Packung mehr mit 30 Tabletten, sondern nur mit 20. Vorher für 30 Stück habe ich 2,10 Euro bezahlt, jetzt für 20 Stück 1,70 Euro. Was soll der Mist? Wenn ich mehr will, kaufe ich halt mehr Packungen - aber fakt ist doch, das durch die Abgabe von 20 Stück die einzelne Tablette entschieden teurer ist. Und wer profitiert davon? Der Verkäufer und die Pharma Industrie schätz ich mal. Diese neue Verordnung hindert keinen Menschen daran, sich mit Paracetamol etwas anzutun (wobei ich das noch nie gehört habe in Zusammenhang mit diesem Medikament) und es schützt auch nicht vor Medikamentenmissbrauch!!!

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Hallo Tanja,

ja, es ist schade. Und Du hast Recht, es ist teurer, wenn Du ohne ein Rezept in die Apotheke gehst. Auf der anderen Seite: Wenn es Dir wirklich so schlecht geht, dass Du über einen längeren Zeitraum mehr von den Tabletten benötigst, dann solltest Du vielleicht doch zum Arzt gehen!!! Denn es gibt ja auch individuell geeignetere Schmerzmittel als Paracetamol. Und wenn der Arzt der Meinung sein sollte, dass Paracetamol am besten passt, dann schreibt er Dir ja auch ein Rezept für eine größere Packung auf - was Dich wiederum wieder weniger kosten würde. Ein guter Arzt würde über einen längeren Zeitraum jedoch auch regelmäßige Kontrollen durchführen in Hinblick auf weitere Gesundheitsrisiken - und u.a. geht es ja auch darum.

Denn Paracetamol ist wirklich nicht so ungefährlich wie der Laie immer vermutet.

In kleinen Dosen ist es als Schmerzmittel hoch geschätzt, in hohen Dosen extrem gefährlich (!!). Dies wurde mir übrigens schon vor Jahren von einem Arzt erzählt, der -zig Jahre in der Notaufnahme arbeitete, und einmal ziemlich zynisch darauf hinwies. Daher hat mich die aktuelle Argumentation nicht verwundert.

Aber Du hast Recht, einer, der wirklich daran interessiert ist, sich etwas anzutun, der wird sich nicht durch kleinere Packungsgrößen davon abhalten lassen. Die Regelung ist auch m.E. stark fragwürdig in Hinblick auf die Verhinderung von Suizid. Denn es wird leider immer immer noch problemlos möglich sein, sich in unterschiedlichen Apotheken mit eben kleineren Packungsgrößen, aber doch konsequent, einzudecken. Andererseits wird ein Suizidversuch im Affekt mit Paracetamol dann schwieriger werden - da Otto Normalverbraucher nur noch kleine Packungen zuhause haben wird! Und jedes Leben, das gerettet wird, ist es das doch wert, oder?

Zudem werden manche allein durch die Rezeptpflicht hoffentlich einfach etwas vorsichtiger sein bzw. bei der Langzeiteinnahme vielleicht doch einmal mit ihrem Arzt besprechen, welche Dosen in ihrem Fall in Ordnung sind.