Zusatzbeiträge bei Gesetzlichen Krankenkassen wahrscheinlich bald Thema

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In den Medien war es vor Ostern bereits zu lesen, selbst die Tagesschau meldete die Hiobsbotschaft: Den Gesetzlichen Krankenkassen geht trotz höherer Beiträge das Geld aus. Ursächlich sind u.a. geringere Einnahmen, die durch die Wirtschaftskrise bedingt sind.
Bisher wurden die Warnungen der Krankenkassen von der Politik abgeschmettert
(s.u. auch http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/?sid=542870, http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/?sid=542932 und http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/?sid=542503). 

Früher oder später müssen die Beteiligten im Gesundheitssystem jedoch mit den Folgen rechnen: Bereits für dieses Jahr sollen laut Experten ca. zwanzig Gesetzliche Krankenkassen gezwungen sein, Zusatzbeiträge zu erheben. Bis 2011 wird wahrscheinlich keine Gesetzliche Krankenkasse mehr ohne Zusatzbeiträge auskommen, so manche Experten weiter (s.o.). Erste Warnungen gab es übrigens bereits Ende 2008 (s. auch http://www.sozialblog.de/blog/2008/12/gesundheitsfond-erste-warnunge.html).

Was Otto Normalverbraucher tun kann? Aktuell nichts.
Oder besser ausgedrückt: Augen und Ohren offen halten, gleichzeitig nicht kirre machen lassen. Denn noch ist nicht klar, welche Kassen wann den ersten Schritt machen werden, mehr Geld zu verlangen.

Und im Ernstfall daran denken: Bei einer Beitragserhöhung bzw. der Erhebung eines Zusatzbeitrags besteht ein Kündigungsrecht - die Krankenkasse darf gewechselt werden (siehe auch http://www.sozialblog.de/blog/2008/11/kein-sonderkundigungsrecht.html und  
http://www.sozialblog.de/blog/2009/02/krankenkassen-kundigungsrecht.html).

Ansonsten bin ich persönlich davon überzeugt, dass Gesundheit eines der wertvollsten Güter ist, die der Mensch besitzt. Und sich hier nur auf die Kosten zu konzentrieren bzw. gerade hier zu sparen, empfinde ich als höchst riskant. Lieber bezahle ich ein paar Euro mehr, bekomme dann jedoch auch die notwendige Behandlung von meiner Krankenkasse genehmigt... Oder wie der TK-Chef Klusen in einem der oben genannten Artikel meinte: "Die Menschen müssen wissen, dass Medizin nicht billiger wird."

2 Kommentare

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Inzwischen ist es auch offiziell: In diesem Jahr werden den Gesetzlichen Krankenkassen 2,9 Milliarden Euro fehlen. Die Gründe? Siehe den obigen Beitrag.

Die genaue Summe wurde vom zuständigen Schätzerkreis festgestellt, so teilte das Bundesversicherungsamt vor zwei Tagen mit.

Der Fehlbetrag, der vor allem auf einem Rückgang bei den Beitragseinnahmen basiert, wird nun durch Steuermittel ausgeglichen werden müssen.
Was das für den Steuerzahler wohl heißen wird?

Mehr Infos unter:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,622224,00.html


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Das Neueste (Ende Juni 2009): Laut Theo Eberent vom Bundesversicherungsamt wird im Juli nach bisherigem Stand keine Krankenkasse von ihren Mitgliedern einen extra Beitrag erheben. Befürchtungen, dass noch in diesem Jahr die ersten Krankenversicherungen die Beiträge erheben müssten, standen ja seit Beginn des Jahres im Raum. Aktuell versuchen jedoch die meisten, diesen Schritt durch Kostensenkungsprogramme und/oder Fusionen etc. zu vermeiden.