Quo Vadis Patient

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Ich möchte Euch heute mal ein Buch vorstellen, von dem ich gestern erfahren habe. Selbst habe ich es jedoch noch nicht gelesen.

Renate Hartwig beschreibt in Ihrem Buch "Der verkaufte Patient", den Weg, den unser Gesundheitssystems aufgrund ihrer Recherchen in den nächsten 20 Jahren gehen kann/wird. Dabei erörtert sie die derzeitigen Verhältnisse für Ärzte und Patienten durch einstige Gesundheitsreformen, die bestehenden Möglichkeiten eines Arztes durch die Pharmaindustrie zusätzliche Boni zu erhalten, bis hin zum Ziel der Auflösung der staatlichen Gesundheitsfürsorge und einer Ausdünnung der niedergelassenen Kassenärtze bis zur Überführung an multinationale Großkonzerne für die nicht privatabrechnende Ärzte als Angestellte arbeiten.

Wer sich für dieses Thema interessiert, und den vielleicht vorhandenen Hang zur Polemik hinnehmen kann, kann unter den folgenden Links mehr erfahren

Buch: Der verkaufte Patient
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Leseprobe

1 Kommentare

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Hallo,

ich habe das Buch gelesen.

Eine kurze persönliche Einschätzung will ich daher doch geben:

Die Autorin gibt nach meinen Erfahrungen vieles realistisch wieder, zeigt Un-Zustände auf, die dringend verbessert werden müssen, klärt über den Alltag unserer Ärzte auf, der teilweise untragbar ist (wobei berücksichtigt werden muss, dass das Buch noch vor der aktuellen Gesundheitsreform geschrieben wurde, d.h. die aktuellen Themen konnten nicht mehr berücksichtigt werden). Zukunftsaussichten im Gesundheitssystem werden teilweise sehr klar dargestellt.

Gleichzeitig benutzt sie jedoch eine sehr polemische Sprache, und fällt durch eine sehr starke Schwarz-Weiß-Sicht auf.

Auch sie benutzt die Sprache der Politiker, über die sie gleichzeitig in Ihrem Buch so schimpft. Damit sind gewisse Übertreibungen, Verschweigen von Fakten, die nicht zur geplanten Botschaft passen, fragwürdigen Vergleiche und Pauschalierungen inbegriffen. Zum Schluss rutscht die Autorin meines Erachtens in eine extrem politische Richtung und in Forderungen, die ich persönlich dann nicht mehr ertragen konnte - zu unrealistisch empfinde ich vieles. Wie so oft kann ich nicht ertragen, wenn jemand nur schimpft und fordert, aber keine konkreten und gangbaren Lösungen bietet. Das dürfte jedoch mein Problem sein.

Kurz: Das Buch ist lesenswert für alle, die mehr über das Gesundheitssystem und dessen desolaten Zustand wissen wollen. Man bzw. frau sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, dass die oben genannten Mittel der Polemik genutzt werden - und sein kritisches Ohr bzw. Auge mitlesen lassen.