Kurzarbeit in der Gleitzone

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Wenn ein Arbeitnehmer durch Kurzarbeit unter 400 € oder unter 800 € Bruttomonatsverdienst rutscht, ändert sich eigentlich nicht so viel bezüglich der Sozialabgaben.

Erhält ein Mitarbeiter aufgrund der Kurzarbeit weniger als 400 € monatlich, so kann er nicht als versicherungsfreies Arbeitsverhältnis geführt werden, wen er bei regulärer Arbeitszeit ohne Kurzarbeit versicherungspflichtig wäre.

Erhält ein Mitarbeiter aufgrund der Kurzarbeit weniger als 800 € monatlich, so kann das Arbeitsverhältnis nicht wie ein Arbeitsverhätnis in der Gleitzone betrachtet werden, wenn es ohne Kurzarbeit monatlich mit mehr als 800 € vergütete werden würde.

Erhält ein Mitarbeiter regulär zwischen 401 € und 800 € monatlich, aufgrund von Kurzarbeit aber nur bis zu 400 € moatlich, so muss er dennoch normal wie ein Gleitzonenarbeitsverhältnis mit dem Faktor F abgerechnet werden. Die gilt übrigens auch dann, wenn der Mitarbeiter zwar nicht aufgrund von Kurzarbeit aber dennoch wenige Monate unter 400 € erhält, obwohl das vereinbarte Entgelt regulär in der Gleitzone liegt.

2 Kommentare

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Hi,

kannst Du für Laien wie mich noch erklären, was denn die Gleitzone konkret bedeutet, und was der Faktor F ist?

Wäre total klasse! Danke im Voraus, Susanne

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Hallo Susanne,

entschuldige meine unklare Ausdrucksweise. Gerne will ich da Abhilfe schaffen. Die Gleitzone liegt zwischen einem Bruttoeinkommen von genau 400,01 € und 800,00 €. Sie wurde eingeführt um bei einer geringen Überschreitung der Geringfügigigkeitsgrenze von 400,00 € nicht weniger netto zu bekommen als ein Mini-Jobber. Für die Arbeitnehmer gilt zwar volle Sozialversicherungspflicht, aber dann halt unter Berücksichtigung des Faktors "F", der ein fiktives Arbeitseinkommen zu Grunde legt und jedes Jahr vom Bundesministerium für Arbeit berechnet wird. Heraus kommt ein reduzierter Beitrag an der Sozialversicherung und mehr Nettoentgelt als normalerweise bei einer Berechnung ohne Gleitzone.

Das Thema ist natürlich noch etwas komplizierter, unterm Strich kann aber gesagt werden, dass man in der Gleitzone (etwas) mehr netto erhält als man normalerweise erhalten würde, wenn man sozialversicherungspflichtig
arbeitet.

Einen Online Rechner zur Ermittlung des Arbeitsentgeltes in der Gleitzone, gibt es übrigens auf

http://www.ip-iscwest.de/kunden/5234/8/