Beitragsbemessungsgrenzen in 2011 werden sinken - Nachteile für die gesetzlich Versicherten

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Die ersten Diskussionen scheinen anzudeuten, was bereits einige Statistiker berechnet haben. Erstmals seit 1949 wird die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung sinken. Der Grund hierfür ist klar. Die Beitragsbemessungsgrenze der GKV orientiert sich an den Löhnen des jeweiligen vorletzten Jahres. 2009 gab es in Deutschland einen Reallohnverlust von durchschnittlich ca. 0,5 %. Sinkt die Beitragsbemessungsgrenze bedeutet das, dass jeder besser verdienende Arbeitnehmer eher die Beitragsbemessungsgrenze mit seinem Bruttogehalt erreicht, mit der Folge, das die Beitragszahlungen an die GKV geringer ausfallen werden. Dies würde bedeuten, dass der Gesundheitsfond weniger Einnahmen erzielen würde.

Sinkt tatsächlich die Beitragsbemessungsgrenze 2011 wird auch die Eintrittshürde für die private Krankenversicherung sinken. Das bedeutet, es könnten mehr Krankenversicherte von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Wird dann noch die geplante  Gesetzesänderung beschlossen, dass ab 2011 bereits nach einjährigem Überschreiten der Beitragsbemessungsgrenze der Wechsel in die PKV möglich wird - derzeit sind es drei Jahre - drohen den gesetzlichen Krankenversicherung Mitgliederverluste.

Eine Welle an Zusatzbeiträgen könnte wahrscheinlich werden, wenn die Krankenkasse drohende Verluste ausgleichen wollen.Die möglichen Werte in der Beitragsbemessungsgrenze für 2011 wird es ca. in 6 Monaten geben. Warten wir also mal ab.

6 Kommentare

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Ob man eine niedrigere Bemessungsgrenze als Nachteil, oder eher als Vorteil empfindet hängt wohl davon ab, ob das eigene Einkommen über oder unter der Grenze liegt...

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Das hätte ich bis vor kurzem auch noch so gedacht. Das doofe ist nur, dass mit dem Absinken der Beitragsbemessungsgrenze die gesetzlichen Krankenkassen verstärkt dazu tendieren werden, Zusatzbeiträge zu erheben. Damit ist aber niemandem geholfen. Weder denen, die niedrige bis normale Gehälter erhalten, denn sie müssen nun noch mehr zahlen als vorher, noch denen, die über der Beitragsbemessungsgrenze verdienen, denn die "Ersparnis" verpufft durch die Zusatzbeiträge oder es wird sogar unterm Strich noch n Minusgeschäft.

Gruß Ruth

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Hi,

wenn die Gesetzlichen Krankenkassen so noch die Leistungen bezahlen können, wenn Sie krank sind, ist es doch wieder ok, oder?

Und: Jedem steht es ja auch frei, zu wechseln in eine günstigere Krankenkasse.

Was mich ein wenig aufregt, ist einfach das Thema, dass niemand einsehen will, dass Gesundheit eben auch Geld kosten kann und vielleicht auch muss. Oft kostet der Pkw im Jahr immer noch mehr als die eigene Aufrechterhaltung der Gesundheit...

Und eine andere Überlegung: Die Gesetzlichen Krankenkassen, die keinen Zusatzbeitrag verlangen auf Dauer, werden andersweitig versuchen, Profit zu machen - sie ansonsten zwar nicht Geld verlangen, aber eventuell Leistungen streichen (nicht offiziell, das geschieht auf anderen Wegen). Dann bezahl' ich ehrlich gesagt lieber ein wenig mehr, und weiß, dass ich im Krankheitsfall behandelt werde... Aberich bin mir sicher, dass jeder für sich so entscheiden kann, wie es für ihn passt. Auch in Bezug auf den Wechsel in eine Private Krankenkasse.

Und wegen der privaten Krankenkassen: Deren Beiträge steigen aktuell auch enorm. Um im Krankheitsfall steht man/frau teilweise ganz schön blöd dar. Private Krankenkassen sind m.E. meist nur etwas für Leute, die auf jeden Fall nicht chronisch krank werden...

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Was ich bei der ganzen Diskussionen immer wieder wichtig finde:
Der Wettbewerb wird bleiben. Und das ist m.E. gut so.

- Die Privaten Versicherungen werden nicht wegsterben,
- die Gesetzlichen Versicherungen haben durch die Zusatzbeiträge letztlich wieder die Möglichkeit, über Leistung oder über Preis sich im Wettbewerb zu positionieren...

Und jeder kann sich weiterhin entscheiden, was ihm wichtig ist.

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Ich denke man sollte eher davon sprechen, dass nicht Gesundheit Geld kostet, sondern die Beseitigung von Krankheit und krankmachenden Ausprägungen in Nahrung, Beruf, Leben usw. Aber egal.

Ja, ich fände Wettbewerb auch gut. Aber den gab es mal. Doch seit unsere super Lobby-Regierung diesen blödsinnigen Gesundheitsfonds ins Leben gerufen hat ist der Wettbewerb abgeschnitten. Es gab mal echten Wettbewerb. Und den fand ich klasse und habe ihn genutzt. Der wurde aber durch den festen Beitragssatz gekippt. Nun sind willkürliche Zusatzbeiträge fällig. Diese werden aber nur (und das ist die größte Frechheit und nicht mehr Lobbyarbeit sondern betrug an den Versicherten) ausschließlich duch die Arbeitnehmer bezahlt. Nicht wie vorher im solidaritätsprinzip zu gleichen Teilen auch von den Arbeitgebern. Du zahlst egal ob Du 6,5 pro Stunde bekommst oder 4000 brutto im Monat.

Jetzt hast Du nur noch die Wahl unkalkulierbare Zusatzbeiträge jedes Jahr zu zahlen oder lieber gleich selbst mit Ärzten, Therapeuten, Heilpraktikern usw. selbst eine Abrechnung auszuhandeln. natürlich kannst Du dann auch wesentlich besser auf die leistunge, die erbracht werden soll Einfluss nehmen aber auch das ist wiedere nur für einen kleinen teil der Bevölkerung möglich, die das Geld dafür aufbringen können und die Notwendigekeit sehen, dass ihnen nur so vernünftig und nicht standardmässig geholfen wird.

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Dass das deutsche Gesundheitssystem "krankt", wissen wir ja alle.

Da gibt es auch nichts zu diskutieren. Ich finde es aktuell nur ziemlich müßig, an den Zusatzbeiträgen "rumzumeckern", vor allem solange es noch etliche (der Großteil der) Krankenkassen gibt, die noch keinen erhoben haben. Alle anderen Kritikpunkte gab es m.E. auch bereits vor dem Gesundheitsfonds. Dass dieser das alles nicht besser macht, wissen wir auch alle.

Meine Meinung: Es bringt aktuell nichts, sich an Problemen aufzureiben, die man nicht lösen kann - selbst wenn ich mich auf den Kopf stelle, wird da nichts passieren. Und da geht es einem Herrn Rößler sicherlich ähnlich.

Lieber versuche ich hier im Einzelfall zu unterstützen, mich schlau zu machen, um helfen zu können, damit die Einzelnen sich im Bürokratiedschungel etc. ein wenig besser auskennen, ihre Rechte kennen und auch bei Krankheit so gut wie möglich behandelt werden können. Denn dann ist schon viel geholfen.