Zusatzbeiträge: Bisher mindestens 400 000 "Kassenwechsler"

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In den letzten Monaten und Wochen haben einige Gesetzliche Krankenversicherungen Zusatzbeiträge eingeführt bzw. angekündigt
(Näheres u.a.hier: Welche Kasse verlangt Zusatzbeiträge - Aktueller Stand ). 

Darauf reagierten nicht wenige Mitglieder, indem sie ihr Sonderkündigungsrecht in Anspruch nahmen (Wann gibt es ein Sonderkündigungsrecht in der GKV? ), und in eine Gesetzliche Krankenkasse wechselten, die bisher keine Zusatzbeiträge verlangt. Das Ergebnis einer aktuellen dpa-Umfrage zeigt dies deutlich: Mindestens 400 000 Bundesbürger haben in den ihre gesetzliche Krankenkasse gewechselt oder werden dies noch tun. Das ist fast ein Prozent der insgesamt rund 50 Millionen Krankenkassen-Mitglieder.

Interessant sind folgende Zahlen:
Die meisten Zugänge verzeichnete der AOK-Bundesverband mit 150 000 Neuanträgen. Gefolgt wird dieser von der Techniker Krankenkasse mit bislang 121 000 und der Barmer GEK mit 113 000 Neuanträgen.

Die Anzahl der Kündigungen wiederum ist nur teilweise erfasst: 
Die BKK für Heilberufe z.B. berichtet von  50 000 Kündigungen, während die DAK keine konkreten Zahlen nannte. Bei der eher kleinen Gemeinsamen BKK in Köln wiederum kündigten bisher 2500 Mitglieder. Bei der BKK Westfalen-Lippe sind knapp über 1600 Mitglieder ausgetreten.

Sollten Sie noch Interesse daran haben, Ihre Krankenkasse zu wechseln, da diese einen Zusatzbeitrag eingeführt hat, finden Sie unter folgendem link weitere Informationen zum Sonderkündigungsrecht bzw. zum Verfahren:
Die Katze ist aus dem Sack: Beitragserhöhungen bei einigen Gesetzlichen Krankenkassen

Achtung: Wechseln Sie nicht unüberlegt. Denn nachach Einschätzung von Experten werden fast alle gesetzlichen Krankenkassen bis Ende dieses Jahres mehr Geld von den Versicherten einfordern. Zudem ist es auf jeden Fall sinnvoll, nicht nur den Preis, sondern auch den jeweiligen Leistungskatalog der Krankenversicherungen zu vergleichen. Denn hier gibt es oft genug Unterschiede, die wichtig für Sie und Ihre Familie sein könnten.


Quelle: Aerztezeitung: Zusatzbeiträge lösen regelrechte Fluchtwellen aus