Krankenversichert auch ohne ALG2 Leistungen

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Empfänger von Hartz4 - oder ALG2, wie es richtig heisst - sind automatisch krankenversichert solange sie im Leistungsbezug stehen.

Erhalten sie aber keine Leistungen, bspw. aufgrund von Einnahmen, die das ALG2 übersteigen oder aufgrund einer Sperre, fallen sie automatisch aus der Krankenversicherung heraus. Sie müssen sich selbst bei Ihrer Krankenkasse versichern.

Erhält nun der Empfänger von ALG2 für höchstens einen Monat keine Leistungen, bspw. weil er einen Monat etwas verdienen konnte, das seinen Anspruch auf Hartz4 für diesen Monat übersteigt, bleibt die Krankenversicherung dennoch nachlaufend für diesen Monat erhalten. Das ist vergleichbar mit einem Arbeitnehmer, der bis Februar bei Firma A und ab April bei Firma B beschäftigt ist. Auch hier gilt der einmonatige nachlaufende Versicherungsschutz.

Der Empfänger von Hartz4 ist voll und ganz bei der Krankenkasse abgesichert. Er hat nun aber zwei Möglichkeiten:
a) für den Monat, in dem er kein ALG2 erhält, freiwilliges Mitglied seiner Krankenversicherung zu werden. Der Monatsbeitrag beläuft sich auf ca. 140 bis 150 €
oder
b) den Monat, in dem er kein ALG2 bekommt, keinen Krankenkassenbeitrag zu leisten und ab dem nächsten Monat (in dem er ja wieder Hartz4 erhält) als Neumitglied seiner Krankenkasse weiter anzugehören.

Der Unterschied hierbei liegt darin, dass in der Varianta a ein Beitrag zu zahlen ist, für den warscheinlich gar kein Geld vorhanden ist und bei Variante b die Mitgliedsmonate für das Kündigungsrecht für den Versicherten wieder auf 0 gestellt werden. D. h. der Versicherte zahlt zwar keinen Beitrag, geniesst den gleichen Versicherungsschutz wie zuvor, kann die Krankenkasse aber erst ach 18 Monate wieder wechseln.

Wahrscheinlich wird sich kaum ein Hartz4 Empfänger für die Variante a entscheiden. Aber Achtung, dies ist nur dann möglich, wenn ein bestehender ALG2 Leistungsbezug nur für höchstes einen Monat unterbrochen wird.

Anzumerken ist vielleicht auch noch, dass der fehlende Monat auch Auswirkungen auf die Rentenzahlung haben kann.Denn, als Rentner oder Rentenantragssteller ist man nur pflichtversichert, wenn die Vorversicherungszeit aus der gesetzlichen Krankenversicherung erfülltwird .

Diese Vorversicherungszeit ist dann erfüllt, wenn mindestens 90 Prozent der 2. Hälfte des Erwerbslebens eine Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung bestanden hat. Das bedeutet (beispielhaft) folgendes: Beginn der Erwerbstätigkeit (i.d.R. Ausbildungsbeginn) mit 17 bis zum Rentenantrag mit 67. In der zweiten Hälfte dieser Zeit mußt man zu 90% gesetzlich versichert sein.