Krankenversicherung wird in der Zukunft teurer

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Auch wenn der Beschluß der Koalition noch nicht durch alle Instanzen ging, so zeigen die aktuellen Ergebnisse doch, in welche Richtung es gehen wird: Krankenkasse wird deutlich teurer.

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  1. Der allgemeine Beitragssatz steigt von 14,9 auf (wieder) 15,5 Prozent, so dass Arbeitnehmer in Zukunft 8,2 Prozent, Arbeitgeber 7,3 Prozent vom Einkommen zahlen müssen. Der Arbeitgeberbeitrag wird allerdings eingefroren - was für die Zukunft heißt, dass künftige Ausgabensteigerungen allein von den Versicherten getragen werden müssen.

  2. Versicherte sollen eine vom Einkommen unabhängige Prämie (heute noch: Zusatzbeitrag) bezahlen, die jede Kasse selbst festlegt - in beliebiger Höhe. Das heißt wiederum: Die Zusatzprämie ist nicht wie bisher als Prozentsatz vom Bruttoeinkommen zu berechnen, sondern wird als einkommensunabhängige Prämie mit einem festen Euro-Betrag festgelegt.

  3. Geplant ist zumindest, dass die Kassen weitere Kostensteigerungen im Gesundheitswesen nur noch über die Zusatzprämien (bisher: Zusatzbeiträge) abfedern können. D.h. wiederum: Die steigenden Kosten des Gesundheitswesens werden von den Beitragszahlern übernommen. Gleichzeitig hat der Beitragszahler über die Zusatzprämien wiederum die Möglichkeit, einzelne Krankenkassen sowohl über den Preis als auch über das Angebot vergleichen zu können.
     
  4. Ein Sozialausgleich ist nur noch dann vorgesehen, wenn die - jährlich neu berechnete - durchschnittliche Zusatzprämie aller Kassen zwei Prozent des individuellen Lohneinkommens übertrifft.

  5. Was ein wenig untergehen wird in der allgemeinen Presse: Es wurden auch etliche Einsparungen im Gesundheitssystem beschlossen, welche Otto Normalverbraucher jedoch eher indirekt mitbekommen wird (z.B. Verwaltungskosten bei den Krankenkassen, Arzneimittel, Kliniken, Zahnärzte, Hausarztverträge). Über diese wird z.B. auf der FAZ  Website im Detail berichtet.
       

Weitere Quellen:
Spiegel Online: Die Rösler-Revolution

Sueddeutsche: Kompromiss in der Gesundheitspolitik 

 

3 Kommentare

MT  Standard-Benutzerbild

Weiss jemand auf was der Satz für Selbständige ohne Anspruch auf Krankengeld (jetzt 14,3%) steigen wird ?

Standard-Benutzerbild

Hi,

zu den Ausgabenkürzungen vielleicht in einem Satz nur soviel (für die, die nicht alles im Detail durchlesen wollen): Im Prinzip müssen sich alle Bereiche im Gesundheitswesen auf Null- oder sogar Minusrunden einstellen.

MT  Standard-Benutzerbild

Ich habs jetzt rausgefunden:
Der ermäßigt Beitragssatz steigt auf 14,9%.

http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetzliche_Krankenversicherung#Beitragss.C3.A4tze