Was mache ich, wenn meine Krankenkasse insolvent ist?

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Eines ist inzwischen klar: Die Insolvenzproblematik wird auch die Gesetzlichen Krankenkassen treffen. Für die Versicherten stellt sich damit die dringende Frage, was in einem solchen Fall zu tun ist?

Grundsätzlich gilt:
Sie können sicher sein, dass Sie informiert werden - meist über die Presse. Denn die Schließung einer Krankenkasse muss öffentlich bekannt gemacht werden. Dies gilt auch für den Beschluss über die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens.

Aber Achtung: Gleichzeitig ist die Krankenkasse in einem solchen Fall nicht mehr verpflichtet, ihre Mitglieder direkt anzuschreiben.

Sobald Sie die Information erhalten haben, wechseln Sie in eine andere Gesetzliche Krankenkasse. Die von Ihnen ausgewählte Gesetzliche Kasse hat übrigens kein Recht, Sie als neues Mitglied abzulehnen - egal, wie Ihre individuelle Situation aussehen mag (Kontrahierungszwang).

In der Regel haben Sie für den Wechsel in der Regel eine gewisse Wartezeit, ca. zwei Wochen nach Veröffentlichung (Ausnahme: bei Freiwillig Versicherten ist die gesetzliche Frist um einiges länger - es empfiehlt sich jedoch auch hier, rasch zu wechseln). D.h. Sie müssen nichts überstürzen, aber konsequent handeln. Wichtig ist jedoch, dass Sie - sollten Sie in einem Arbeitsverhältnis stehen - Ihren Arbeitgeber darüber unverzüglich informieren.

Sie sind dann ab dem ersten Tag in der neuen Gesetzlichen Krankenkasse mit Anspruch auf den gesamten Leistungskatalog versichert. Anwartschafts- oder Wartezeiten entfallen.

Übrigens: Wenn Sie bei Ihrem Kassenwechsel gerade Leistungen beziehen (z.B. bei einem Krankenhausaufenthalt oder Krankengeldbezug), ist in der Regel diese Leistung auch weiterhin von der neuen Kassen sicherzustellen. Dasselbe gilt, wenn Sie bereits Leistungen beantragt haben, und Ihre alte, nun insolvente, Krankenkasse diese bereits bewilligt hatte.


Quellen:

Techniker Krankenkasse, www.krankenkassen-direkt.de , Spiegel-online, Süddeutsche,  
u.a. auch folgende Artikel Spiegel-online: Hilfe, meine Krankenkasse geht pleite! oder Süddeutsche: Sorge um Insolvenz - Massenflucht der Versicherten

 

 

 

2 Kommentare

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Ich halte das für ein wichtiges und leider Gottes immer präsenteres Thema. In Zeiten einer Wirtschaftskrise muss man damit rechnen, dass auch gesetzliche Krankenkassen insolvent werden, und gerade finanziell eher schlechter gestellte stehen dann auf der Straße.

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Hallo Klaus,

da haben Sie sicherlich Recht. Seit Anfang des Jahres können auch Gesetzliche Krankenkassen pleite gehen - und früher oder später wird dies sicherlich auch eintreten.

Umso wichtiger ist es, dies offen(er?) zu kommunizieren, damit jede/r Versícherte weiß, was im Ernstfall zu tun ist. Ich habe nämlich nicht Sorge, dass die finanziell Schwächeren letztlich auf der Straße stehen (denn letztlich kann jede/r wechseln - und muss auch von den anderen Kassen aufgenommen werden), sondern dass die Nicht-Informierten so einen Fall im Zweifelsfall nicht mit bekommen oder zu spät reagieren.