Was heißt "aut idem" auf meinem Rezept?

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"Aut idem" ist lateinisch und wird wörtlich übersetzt mit „oder ein Gleiches".

Wenn Ihr Arzt auf dem Rezept das Aut-idem-Kästchen angekreuzt hat, dann heißt dies, dass er die Substitution untersagt. Oder anders ausgedrückt: Er streicht damit die Möglichkeit, sein verordnetes Medikament durch ein preisgünstigeres, wirkstoffgleiches Arzneimittel aus dem unteren Preisdrittel bzw. aus den Rabattverträgen der Gesetzlichen Krankenversicherungen auszutauschen.  

Wichtig wird dies für Sie eventuell im Rahmen eines neuen Gesetzes (siehe hierzu: Was heißt AMNOG? Vor- und Nachteile des neuen Gesetzes für die Patienten ) und der umfassenden Rabattverträge, die von den Gesetzlichen Krankenkassen geschlossen wurden.

 

 


AABG erst nach und nach umgesetzt werden. Seit 1. Juli 2002 ist das AABG für 170 Aut-idem-Gruppen anzuwenden.

Wann kommt es zur Aut-idem-Substitution und wann nicht?

Die Substitution ist vorgesehen:

  • bei Wirkstoffverordnung. Die Apotheke muss in diesen Fällen ein Präparat aus dem unteren Preisdrittel zur Abgabe auswählen (= preisgünstig laut Gesetz).
  • bei Verordnung eines Präparates, das nicht im unteren Preisdrittel liegt (sofern der Arzt die Substitution nicht auf dem Rezeptblatt ausgeschlossen hat).

Wurde für eine Aut-idem-Gruppe nach dem AABG keine Preisdrittel festgesetzt, da zum Berechnungszeitpunkt weniger als fünf Arzneimittel im errechneten unteren Preisdrittel angeboten wurden, kann generell eines der fünf günstigsten Produkte abgegeben werden.

Keine Substitution ist vorgesehen:

  • wenn der Arzt bereits preisgünstig verordnet hat.
  • wenn der Arzt dies per Ankreuzen auf dem Rezept (oder durch entsprechenden Vermerk) untersagt - egal, wie teuer die Verordnung ist.
 


 

1 Kommentare

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Im aktuellen Spiegel erschien übrigens ein Bericht zur "Aut idem"-Regelung - mit dem Hinweis, dass das "Aut idem"-Kreuz unterschiedlich häufig gesetzt So liege in Bayern dieser Ausschluss-Anteil bei 7,9 Prozent, in Bremen dagegen bei 24,5 Prozent.

Der Spiegel vermutet dahinter u.a. Absprachen mit Herstellern.

www.aerztezeitung.de sprach noch einmal mit Experten und Marktforschern, um diese Vermutung zu überprüfen.

Der Marktforscher Insight Health sieht dies etwas anders.(Anmerkung: der "Spiegel" verweist in seinem Bericht auf diese Zahlenquelle, während das Marktforschungsinstitut darauf besteht, keine Zahlen an den "Spiegel" weitergegeben zu haben).

Zudem zeigt Insight Health auf, dass die Aut-idem-Ausschluss-Quote 2010 von 15,1 auf 14,4 Prozent zurückgegangen sei.

In dem Artikel der www.aerztezeitung.de wird auch noch einmal auf die vielfachen Gründe für die aut-idem-Regelung hingewiesen.

Mehr findet Ihr unter folgendem link (www.aerztezeitung.de) und natürlich im Spiegel:

Aufregung um Aut-idem-Kreuz auf Kassenrezepten