Mehr ALG2 ab Juli 2011

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Nachdem das ALG2 bereits zum Januar 2011 um 5 Euro erhöht wurde, können die ALG2 Empfänger im Sommer auf einer weitere Erhöhung hoffen. Anders als bei der ersten Erhöhung, die aufgrund Gerichtsurteil entstand, handelt es sich hier um eine Anpassung aufgrund steigender Inflation. Erstmalig ist das ALG2 nicht mehr an der Entwicklung der Renten gekoppelt, sondern wird nun aus einem Mischindex gebildet, der unter anderem auch die Steigerung der Lebenshaltungskosten berücksichtigt. Es is zwar noch nicht klar, wieviel die Steigerung ausmachen wird, bezogen auf den Regelsatz rechnet man aber wohl mit ca. 5 Euro. Erschreckend wenig, wenn man mal probiert einen Monat wirklich hiervon zu überleben. Zumal man den Regelsatz von 364 Euro ohnhin nur bekommt, wenn man alleine lebt oder als Haushaltsvorstand neben anderen volljährigen Leistungsbeziehern der Antragsteller für alle ist. Lebt man in einer Partnerschaft sind dies nur noch 328 Euro für einen volljährigen Leistungsbezieher.

6 Kommentare

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Hi Stefan,

was mich interessieren würde: Was muss denn alles von ALG2 beglichen werden? Und was wird noch zusätzlich bezahlt (z.B. Miete, Strom...).

Und wie hoch ist in der Regel eine Grundsicherung, von der ich auch schon gehört habe (z.B. für Chronisch Erwerbsunfähige, die nie genug in die Rente einbezahlen konnten)?

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Hallo Agnes,

die 364,00 für Alleinstehende bzw. 328,00 für mit Partner lebenden Empfänger, sind zum monatlichen Leben gedacht. Also für den Kühlschrank, Versicherungen, Waschmittel, Wasser (je nach Wohnsituation) usw. usw.

Hinzu kommen Zahlungen für Miete, Strom, Heizung (je nach Wohnsituation), Abtrag usw. im Rahmen der Verhältnismäßigkeit. Soll heißen, du bekommst nicht eins zu eins das bezahlt, was Du tatsächlich für Deine Wohnung ausgeben musst, sondern nur so viel, wie verhältnismäßig ist. Die Verhältnismäßigkeit richtet sich nach Deinem Wohnort selbst. Also Stadt, Stadtteil, Größe der Wohnung, Alter der Wohnung (ist für die Miete auch entscheidend) usw.

Hier kann man nur den Einzelfall sehen. Reicht das Geld nicht aus, musst Du den Rest vom Geld für den Lebensunterhalt bestreiten.

Auch chronisch Kranke können einen Zuschuß zu ihrem ALg 2 bekommen. Voraussetzung, sie können ihre zusätzlichen Ausgaben a) regelmäßig nachweisen und b) die medizinische Notwendigkeit dieser Ausgaben beweisen. Die Höhe ist hier aber auch nur im Rahmen der Verhältnismäßigkeit zu betrachten und somit bei jedem Fall gesondert zu bewerten.

Wohlgemerkt, dass ist ein Zuschuß. Es werden also nicht die tatsächlichen Kosten aufgefangen! Die Rechtmäßigkeit wird oftmals dann auch noch vom Amtsarzt vorab geprüft, da man sich nicht auf die einzureichenden Atteste deiner Ärzte verlassen möchte. Reicht das Geld nicht für die tatsächlichen Kosten aus, muss vom Beitrag für die Lebenshaltung das Geld abgespart werden.

Gruß Stefan

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Eine Rente wird übrigens als Einkommen bewertet. D. h. wenn du ALG2 beantragst, kannst du von der Rente die ersten 100 € voll behalten. Der Rest wird zu 80 % einbehalten und mit dem ALG2 verrechnet.

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Hi,

das mit der Rente ist interessant.
Aber ich glaube, Agnes meinte Leute, die nie wirklich in die Rentenversicherung einbezahlt haben. Also Menschen, die nie arbeiten konnten aus irgendwelchen Gründen (chronisch Krank etc.). Die bekommen doch Grundsicherung soweit ich weiß, oder? Ansonsten habe ich gehört, dass es die Sozialhilfe auch noch gibt im Ausnahmefall. Kenne jemanden, der in dieses Raster fällt. Zu krank, um zu arbeiten, zu jung und zu wenig eingezahlt für Rente, zu jung, um dauerhaft Grundsicherung zu erhalten...

Andere, die "zuwenig" Rente bekommen, d.h. deren Rente fürs Überleben nicht reicht, müssen dann ja Antrag auf ALG 2 einreichen wie z.B. Leute, die zuwenig an sich verdienen. Korrekt?

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Hi nochmals,

nein das ist nicht ganz korrekt aber sehr ähnlich. Bedürftige, die 65 Jahre oder älter oder auf Dauer voll erwerbsgemindert sind oder keine anderen Leistungen (ausreichend) erhalten (Zeitrentner, in Einrichtungen betreute Menschen, längerfristig Erkrankte usw.) erhalten Sozialhilfe. Wichtig ist, es liegt keine Erwerbsfähigkeit vor.

Sie beträgt als Regelsatz ca. 350 Euro, bzw. 280 Euro für Haushalstangehörige ab dem 14 Lj. Es ist auch möglich unter bestimmten Voraussetzungen einen Mehrbedarf geltend zu machen und einen Zuschuß zu erhalten. Hier entscheidet ebenfalls der Einzelfall.

Hinzu kommen die Kosten für die Unterkunft, Heizung und Nebenkosten, nicht aber für trom, Gas, Warmwasser, Kaltwasser, Müllabfuhr und Kabelfernsehen die werden im Regelsatz bereits erfasst.

Gruß Stefan

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Danke für die Erläuterung! Diejenige, die ich kenne, ist aktuell voll erwerbsunfähig und lebt in einer betreuten Einrichtung.