Mehr Ablehnungen bei Mutter bzw. Mutter-Kind-Kuren

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Obwohl der Gesetzgeber Mütter- oder Mütter-Kind-Kuren bereits im Jahr 2007 als Pflichtleistungen der Krankenkassen deklariert hatte, werden diese immer öfter von den Kassen abgelehnt (34 Prozent in 2010; 31 Prozent in 2009).

Das Müttergenesungswerk (MGW) kritisiert diesen eindeutigen Trend, der sicherlich in einem steigenden Sparkurs bei den Krankenkassen begründet liegt. Zumindest sparten die Kassen im letzten Jahr mehr als 9 Prozent ein. Die Ablehnungsbegründungen sind laut des MGWs jedoch teilweise "haarsträubend".

Hier stellt sich mir die Frage, wie der Begriff "Pflichtleistung" sowohl von Krankenkassen wie auch vom Gesetzgeber definiert wird. Handeln die Krankenkassen gegen das Gesetz, wenn sie eine Pflichtleistung ablehnen? Oder ist der Begriff "Pflichtleistung" so weit und vage formuliert, so dass es genügend Spielraum für Kassen gibt, um die - von Gesetz aus zustehenden - Leistungen zu verweigern? 

Eine Antwort habe ich noch keine gefunden.

Aber ein Rat für alle, die dringend eine Mutter- bzw. Mutter-Kind-Kur benötigen, um wieder Kraft für den Alltag zu sammeln, Krankheiten zu lindern und Lösungen für die Zukunft zu finden:

Geben Sie nicht auf, wenn Sie im ersten Antragsverfahren eine Ablehnung erhalten. Teilweise liegt dies auch im Kalkül der Krankenkassen.

Legen Sie unbedingt Widerspruch ein, wenn Ihre behandelnden Ärzte dies befürworten. Denn ein Widerspruch lohnt sich auf jeden Fall, vor allem wenn Sie sich hierfür von Beratungsstellen und Ihren behandelnden Ärzten unterstützen lassen.

Laut des MGWs haben z.B. im letzten Jahr 64 Prozent der von einer Ablehnung betroffenen Mütter Widerspruch eingelegt. Die Beratungssstellen des Müttergenesungswerks konnten vielen so gut helfen, so dass letztlich 54 Prozent der Widerspruchsverfahren positiv für die Mütter und ihre Kinder ausgingen. Sie alle konnten doch noch in die Kur fahren. 

Quelle: U.a. www.aerztezeitung.de