Frauenärztlicher Check-up/Vorsorgeuntersuchung

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Bei der frauenärztlichen Vorsorgeuntersuchung (steht Ihnen ab dem 20. Lebensjahr zu) sollten Sie genau darauf achten, ob Ihr/e Frauenärztin/Frauenarzt alle Leistungen berücksichtigt. Denn viele Gynäkologen ziehen die Vorsorgeuntersuchung inzwischen im "Hauruck-Verfahren" durch und lassen z.B. die Fragen nach Erkrankungen im letzten Jahr völlig unter den Tisch fallen. Zumindest ich habe es noch nie erlebt, dass irgendein Frauenarzt/Frauenärztin nachgehakt hat. Auch die Frage nach Hautveränderungen wurde mir beim Frauenarzt wirklich noch nie gestellt... es ist schon interessant, welche Leistungen bei den Vorsorgeuntersuchungen "theoretisch" mit inbegriffen sind.

Zurzeit gehören hierzu folgende Massnahmen:

- Fragen nach medizinischer Vorgeschichte, nach Erkrankungen im letzten Jahr, nach zur Zeit bestehenden Beschwerden, nach Einnahme von Medikamenten

- Untersuchung der äusseren Genitalorgane, der Scheide und genaues Betrachten des Muttermundes
Entnahme eines Zellabstriches von der Oberfläche des Muttermundes und aus dem Gebärmutterhalskanal (der sog. "Krebsvorsorgeabstrich")

- Entnahme eines zweiten Abstriches aus der Scheide zur Beurteilung Scheidenschleimes zumAusschluss von Entzündungen und Pilzerkrankungen

- Abtasten des Unterbauches von aussen und innen (durch die Scheide und/oder den Darm), um Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke zu beurteilen

- Abtasten und Betrachten der Brust sowie der Achselhöhle

- Suche bzw. Frage nach Hautveränderungen (z.B. Schwarze Flecken, Hautwucherungen o.ä.)

- ab dem 45. Lebensjahr Durchführung eines Testes auf Blut im Stuhlgang zur Vorsorge gegen Darmkrebs

Was früher noch Kassenleistung war, heute jedoch selbst bezahlt werden muss: z.B. die Ultraschall-Untersuchung der Unterbauchorgane.

Eine Mammographie zur Früherkennung von Brustkrebs wird in der Regel nur durchgeführt bei konkretem Verdacht. Es sei denn, Sie haben in Ihrer Familie bereits Fälle von Brustkrebs gehabt. Dann sollten Sie dies auf jeden Fall anmerken. In diesem Fall wird die Mammographie und auch eine Ultraschall-Untersuchung nämlich von der Kasse bezahlt. Ich selbst habe die erbliche Vorbelastung, versuche aber auch, diese Untersuchung nicht allzuoft durchführen zu lassen, da sie doch belastet. Gleichzeitig ist meine Erfahrung jedoch, dass viele junge Frauen sich entschieden haben, auf Privatkasse eine Mammographie durchzuführen - spätestens bei der ersten Freundin, die weinend am Telefon erzählt, dass sie Brustkrebs hat.

Grundsätzlich befinden sich viele Frauen jedoch im Konflikt: Verzichte ich auf die zusätzliche Sicherheit bzw. Früherkennung, weil ich Geld sparen möchte? Habe ich das Gefühl, dass meine Frauenärztin bzw. mein -arzt mich nur "abzocken" möchte "Individuelle Gesundheits-Leistung" (IGEL)? Wie viel Geld kann und möchte ich denn überhaupt aufwenden, um gesund zu bleiben?

Einen Rat habe ich nicht. Aber ich glaube, dass Vorsorge auch Geld kosten darf - und dass ein Bauchgefühl und daher auch ein persönliches Gespräch mit dem betreffenden Arzt nicht fehlen darf, um sich entscheiden zu können, welche Art von Vorsorge für einen persönlich wichtig ist.