Neue Regelung zur Organspende

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Eventuell haben Sie es ja auch schon gehört oder gelesen: Endlich wird es eine neue Regelung zur Organspende geben. Da laut  Ärztepräsident Montgomery aktuell mehr als 12 000 Patienten in Deutschland dringend auf ein Spenderorgan warten, während nur ca. 18 bis 25 Prozent der Bundesbürger einen Organspendeausweis bei sich tragen, war diese auch dringend notwendig!

Die Regelung sieht folgendes vor:
Es bleibt bei der Zustimmungslösung (in anderen Ländern wie z.B. wird die Widerspruchsregelung bevorzugt). Was sich jedoch ändern soll: Alle Bürger über 16 Jahren werden zukünftig regelmäßig zu ihrer Bereitschaft zur Organspende befragt. Vorgesehen ist, dass die Krankenkassen und/oder Behörden diese Befragungen durchführen bzw. ihre Mitglieder anschreiben und Informationen und einen Organspendeausweis beilegen. Konkrete Planungen gibt es hier bereits: Die Krankenkassen werden wahrscheinlich schon 2012 erste Schreiben versenden. Innerhalb der nächsten zwei Jahre kann dann mit einem weiteren Brief gerechnet werden. Ab 2017 sollen sich die Kassen dann alle fünf Jahre postalisch bei den Versicherten melden. Zudem ist vorgesehen, dass die Behörden bei der Ausgabe von amtlichen Ausweisen (z.B. Reisepass oder Führerschein) Informationen zur Organspende beilegen.

Gleichzeitig ist vorgesehen, dass nach Zustimmung (!) des Betreffenden die Spendebereitschaft auch auf der zukünftigen elektronischen Gesundheitskarte (eGK) vermerkt wird. Ein Abspeichern des Spenderausweises auf der neuen elektronischen Gesundheitskarte ist laut der Berliner Zeitung jedoch aus technischen Gründen vorerst nicht möglich. Anscheinend wird es die notwendigen technischen Voraussetzungen erst mit der zweiten Generation der E-Card (diese soll ab 2016/17 ausgegeben werden) möglich sein. Wichtig! Für die elektronischen Gesundheitskarte ist vorgesehen, dass der Betreffende seine Daten selbst oder mit Hilfe seines Arztes eingibt. Nur mit der Genehmigung des Betreffenden darf die Kasse die Daten auf der elektronischen Gesundheitskarte notieren.

Die direkte und regelmäßige Ansprache wird sicherlich viele Menschen motivieren, über das Thema "Organspende" stärker nachzudenken. Zudem wird hoffentlich die Bereitschaft steigen, nach seinem Tod als Organspender zur Verfügung zu stehen bzw. grundsätzlich einen Organspende-Ausweis bei sich zu tragen.

Kritiker wiederum sehen einen erhöhten Bürokratieaufwand und damit erhöhte Kosten bei den Krankenkassen. Zudem wird befürchtet, dass durch "penetrante Werbeaktionen" nicht das erwünschte Umdenken in der Bevölkerung, sondern eher eine gewisse "Genervtheit" eintritt.

Das wird man absehen müssen... Ich selbst trage einen Organspende-Ausweis bereits seit einiger Zeit bei mir - und habe dort auch meine Wünsche vermerkt.

Was ich persönlich als kritischer empfinde, ist die Gefährdung des Datenschutzes (durch den Vermerk auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), die von allen Arztpraxen eingesehen werden kann). Aber hier ist ja zum Glück noch ein wenig Zeit...

Quelle/n: U.a. Hamburger Abendblatt vom 3./4. März 2012, Spiegel-online, Berliner Zeitung vom 3. März 2012

Weitere Informationen zum Organspende-Ausweis finden Sie auch hier:
Leben retten durch Organspende

1 Kommentare

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Hi,

habe gerade gelesen, dass die TK am 1. November mit einer Kampagne zur Organspende starten möchte.