Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) ist gesetzlich geregelt und einklagbar

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Seit 2004 sind die deutschen Arbeitgeber verpflichtet, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) in ihrem Unternehmen anzubieten (siehe hierzu § 84 Abs. 2 SGB IX). Dies heißt im Umkehrschluss: Jede/r einzelne Beschäftigte kann seinen Anspruch auf die Durchführung eines BEM einklagen.

In der Praxis zeigt sich jedoch, dass bisher nur eine Minderheit der deutschen Unternehmen überhaupt ein BEM eingeführt hat und somit anbietet (siehe hierzu auch den Sozialblog-Beitrag Betriebliches Eingliederungsmanagemt (BEM): Nachahmenswerte Vorbilder).

Somit wird wieder einmal deutlich, wie weit Theorie (Anspruch auf BEM ist einklagbar) und Praxis (BEM noch nicht ausreichend eingeführt) auseinanderklaffen. Ich bin mir sicher, dass ein Fachanwalt für Arbeitsrecht für eine Klage plädieren würde. Gleichzeitig muss jedoch jede/r einzelne Mitarbeiter/in für sich entscheiden, ob er/sie dem innerbetrieblichen Druck, den eine Klage eventuell auslösen würde, gewachsen ist bzw. ob er/sie eventuelle negative Konsequenzen tragen kann bzw. möchte. M.E. muss hier der Einzelfall betrachtet werden, um eine Entscheidung treffen bzw. einen Rat geben zu können. Von Vorteil ist es sicherlich, wenn ein Betriebsrat oder gar das Integrationsamt zur Seite stehen.

Quellen:
a) Dr. Bernd Bitzer, Ronald Weinschenk: "Beim BEM profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber", in: Sozialrecht & Praxis April 2012  (Download)
b) www.bem-netzwerk.de
c) Sozialblog: Betriebliches Eingliederungsmanagemt (BEM): Nachahmenswerte Vorbilder
d) Sozialblog: Was ist betriebliches Eingliederungsmanagement?