Betriebliches Eingliederungsmanagemt (BEM): Nachahmenswerte Vorbilder

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Vor einiger Zeit haben wir bereits über das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) berichtet (siehe hier: Was ist Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM)?).

Ziel des BEM ist es (wie bereits im verlinkten Beitrag zu lesen), u.a. die Arbeitsunfähigkeit des Mitarbeiters zu überwinden, erneute Krankheiten vorzubeugen und infolge dessen den Arbeitsplatz des Betroffenen zu erhalten. Ist der bisherige Arbeitsplatz aufgrund der Folgen der Erkrankung nicht mehr für den Mitarbeiter geeignet, muss der Arbeitgeber darüberhinaus im Rahmen eines BEM alternative und vor allem geeignete Beschäftigungsmöglichkeiten überprüfen.

Deutlich wird nun (einige Jahre nach unserem ersten Beitrag), dass bisher nur eine Minderheit der deutschen Unternehmen ein BEM besitzt. Konkrete und detaillierte Umfragen bzw. Zahlen liegen mir leider nicht vor, aber nach Expertenschätzungen liegt der Prozentsatz der Unternehmen, die bereits ein BEM eingeführt haben, noch im einstelligen Bereich. Was erschreckend ist, denn letztlich verpflichtet der deutsche Gesetzgeber seit 2004 alle Arbeitgeber in § 84 Abs. 2 SGB IX, ein BEM durchzuführen.

Zudem gibt es immer noch genug Unternehmen, die in der Theorie ein  BEM oder ein Gesundheitsmanagement mit den unterschiedlichsten Maßnahmen integriert haben. Aus internen Kreisen wird dann aber wiederum berichtet, dass das BEM in der Praxis immer noch dazu genutzt wird, um Druck auf die einzelnen Mitarbeiter auszuüben. D.h. der vom Gesetzgeber vorgeschriebene Zweck, nämlich ein BEM zum Wohle und zur Integration von kranken Mitarbeitern durchzuführen, wird nicht berücksichtigt. Soweit zum Negativen!

In den letzten Tagen wurden mir jedoch einige nachahmenswerte Unternehmen empfohlen, die erkannt haben, was ein - auch in der Praxis - Mitarbeiter-orientiertes BEM und Gesundheitsmanagement (was es ja eigentlich auch sein sollte!) bewirken kann! Was wiederum Hoffnung weckt, Mut macht und vielleicht einige Leser auch zum Nachdenken bringt!!! Denn nur hoch motivierte Mitarbeiter können zum nachhaltigen Erfolg des Unternehmens beitragen.

Daher möchte ich zwei dieser Unternehmen in diesem Beitrag auch vorstellen:

Carl Zeiss AG in Oberkochen

Festo

Wer noch mehr Interesse hat, sollte sich unbedingt die Website www.deutscher-unternehmenspreis-gesundheit.de anschauen. Dort werden Unternehmen vorgestellt, die vom BKK Bundesverband für ein vorbildliches Gesundheitsmanagement (ein Bestandteil ist u.a. ein durchdachtes und zielführendes BEM) ausgezeichnet wurden. Die Gewinner aus dem letzten Jahr finden Sie hier.

Interessierten Unternehmensvertretern empfehle ich darüberhinaus, die Luxemburger Deklaration zu beachten. Die unterzeichnenden Unternehmen verpflichten sich im Rahmen dieser Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der Europäischen Union! Unter dem oben genannten link finden Sie auch eine Liste der bisher eingetragenen Unternehmen.



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Ein weiteres Vorbild für BEM habe ich hier gefunden:

Polizeidirektion Böblingen: Vorbildliches BEM-Konzept.

Quelle ist die Website www.bem-netzwerk.de

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... und der Artikel, über den ich gerade geschrieben habe, passt hervorragend zu dem Thema:

Dr. Bernd Bitzer, Ronald Weinschenk: "Beim BEM profitieren Arbeitnehmer und Arbeitgeber", in: Sozialrecht & Praxis April 2012. Das Download, auf das wir dankenswerterweise verlinken können, finden Sie hier:

Fachartikel.