Urteil: Diabetes bedeutet nicht gleich "Ich bin schwerbehindert!"

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In einem aktuellen Beitrag der Ärztezeitung wird auf die Schwerbehinderung in Zusammenhang mit Diabetes eingegangen. Anlass ist ein Urteil des Bundessozialgericht Kassel (BSG). Dieses macht deutlich, dass die Krankheit Diabetes allein nicht ausreicht, um einen Schwerbehindertenausweis zu erhalten. Eine Schwerbehinderung und damit ein Grad der Behinderung (GdB) von 50 setzt nämlich voraus, dass die Lebensführung und der Alltag "erheblich beeinträchtigt" ist.

Dabei müssen in Zusammenhang von Diabeteslaut des Bundessozialgerichtes mindestens folgende Kriterien erforderlich sein: 

  1. Der Zuckerkranke muss sich mindestens viermal täglich Insulin spritzen.
  2. Der Kranke muss seine Insulindosis ständig neu anpassen. Regelmäßige Untersuchungen und Tests sind daher die Regel. 
  3. Die Krankheit muss die Lebensführung "erheblich beeinträchtigen".

Wenn ein erkrankter Mensch seine Diabetes jedoch durch eine ständige Blutzuckerkontrolle, gesunde Ernährung sowie regelmäßige vorbeugende Arztbesuche in den Griff bekommen kann, reicht dies nicht aus, um als schwerbehindert zu gelten. Denn damit sei der Alltag eines Erkrankten nicht "erheblich beeinträchtigt", urteilte das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel am letzten Donnerstag.

Ausnahme: Wenn weitere stark beeinträchtigenden Folgeerkrankungen vorliegen, werden diese natürlich separat berücksichtigt!

Weitere Informationen zu dem Urteil finden Sie unter folgenden Aktenzeichen:
Az.: B 9 SB 2/12 R; früheres Urteil: Az.: B 9 SB 3/09 R.

Quelle: Ärztezeitung: Nicht jeder Diabetiker "schwerbehindert"