Wer übernimmt die Kosten für ein Hausnotrufsystem?

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Meist kommt in der häuslichen Pflege irgendwann der Moment, in dem ein Hausnotrufsystem notwendig wird. Denn ein solches bietet in der Regel immer noch die einfachste und schnellste Möglichkeit, notwendige Hilfe herbeizurufen - vorausgesetzt, die betreffende Person trägt den "Sender mit Knopf" immer bei sich (z.B. am Handgelenk oder um den Hals).


Kosten des Hausnotrufsystems
Die Kosten für ein Hausnotrufgerät samt des Notfall-Bereitschaftsdienstes betragen in der Regel knapp 20 Euro Euro im Monat. Bei Inanspruchnahme von Zusatzgeräten (z.B. Rauchmelder, Sturzsensor) oder Zusatzleistungen (z.B. Hinterlegen des Wohnungsschlüssels beim Hausnotrufanbieter) kann der Preis jedoch durchaus auf mehr als 40 Euro ansteigen.


Kostenübernahme?
In manchen Fällen wird ein Teil der Kosten von der Pflegeversicherung übernommen. Folgende Bedingungen müssen jedoch erfüllt werden, damit die Pflegeversicherung einen Kostenzuschuss bewilligt:

- Eine Pflegestufe ist vorhanden.
- Der Betroffene lebt über weite Teile des Tages allein.
- Eine mögliche Zustandsverschlechterung kann lebensbedrohlich sein.
- Die hilfsbedürftige Person ist während der Notfallsituation nicht in der Lage, den Hilferuf über ein handelsübliches Telefon abzugeben.

Bei positivem Bescheid bezahlt die Pflegekasse aktuell einen Betrag von bis zu 18,36 Euro. Dieser entspricht gleichzeitig dem Basispreis eines Hausnotrufs. Den Differenzbetrag zum tatsächlichen Preis müssen die Betroffenen selbst übernehmen.

WICHTIG!
Die Krankenkassen bezuschussen keinen Hausnotruf im Rahmen der Krankenversicherung. Daher sollten Sie einen Kostenzuschuss oder die Kostenübernahme immer über die über die Pflegeversicherung beantragen.

Wenn Sie Sozialhilfe (Grundsicherung) erhalten, sollten Sie Ihren Hausnotruf bei dem zuständigen Sozialamt beantragen. Für den Antrag benötigen Sie unter anderem ein ärztliches Attest, das die Notwendigkeit des Hausnotrufes bescheinigt. Im Gegensatz zur Pflegekasse übernimmt das Sozialamt im Falle von erforderlichen Zusatzleistungen auch die vollen Kosten des Hausnotrufs.


Quelle: hausnotruf-magazin.de


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Hilfreich ist zu diesem Thema auch folgender Test der Stiftung Warentest. Er ist zwar vom Herbst 2011, liefert jedoch auch heute noch erste wichtige Einsichten.

Hier der link zum Artikel und Test:
Hausnotrufdienste.

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In der neuen Apotheken-Rundschau ist übrigens ein interessanter Artikel zum Thema "Hausnotrufsysteme" zu lesen. Zudem wird auf eine interessante Website aufmerksam gemacht:

www.initiative-hausnotruf.de

Die Initiative entstand durch einen Zusammenschluss von bundesweit tätigen Anbietern der Hausnotrufsysteme und Geräteherstellern und gewährleistet damit einen überregionalen Info-Service.

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Vergessen sollte jede/r Betroffene jedoch nicht, den guten alten Weg zu gehen und auf Mundpropaganda zu hören. Fragen Sie andere Betroffene, fragen Sie Ihren Hausarzt oder den Pflegedienst nach Dienstleistern, mit denen sie gute Erfahrungen machen konnten bzw. die sie heute empfehlen!