Bei Mobbing Unterstützung von Ärzten und Therapeuten sinnvoll!

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Jeder dürfte schon einmal von Mobbing gelesen oder gehört haben. Mobbing heißt, "...dass jemand - zumeist am Arbeitsplatz, aber auch in anderen Organisationen wie Schulen, Vereinen - fortgesetzt geärgert, schikaniert, in passiver Form als Kontaktverweigerung mehrheitlich gemieden oder in sonstiger Weise in seiner Würde verletzt wird." (Quelle: Wikipedia).

Betroffene Arbeitnehmer sollten auf jeden Fall Grenzen setzen - notfalls mit der Unterstützung ihrer Vorgesetzten, Betriebsrat oder Kollegen. Zudem sollten sie ein "Mobbing-Tagebuch" führen, um in einem eventuell folgenden Arbeitsprozess die Mobbingvorwürfe beweisen zu können. Entscheidend ist, sich frühzeitig zu wehren und sich auch extern durch Beratungsstellen, Arbeitsjuristen, Ärzten oder auch Psychotherapeuten helfen zu lassen.

Hilfestellung können jedoch auch anfangs anonyme Internetforen geben wie z.B. www.mobbing.net oder www.mobbing-help.de. Wichtig ist: Betroffenen sollten aktiv werden - und sich nicht in die passive Opferrolle drängen lassen. Denn je länger jemand den kontinuierlichen Mobbing-Attacken ausgesetzt ist, desto stärker ausgeprägt sind die gesundheitlichen Folgen.

Juristisch verantwortlich für die Intervention in konkreten Mobbing-Fällen ist übrigens der Arbeitgeber. Wenn dieser seine Aufgabe nicht nachweislich erfüllt, kann er von Betroffenen arbeits- und zivilrechtlich belangt werden.

Leider haben jedoch nicht alle Mobbing-Fälle ein gutes Ende. Vor allem, wenn z.B. der Vorgesetzte mobbt ("Bossing") und dies auch nach mehrmaligen Intervenieren nicht unterlässt, bleibt dem betroffenen Arbeitnehmer oft nur noch die Wahl, selbst zu kündigen und sich eine neue Stelle zu suchen. In einem solchen Falle sollten sich Betroffene vorab jedoch unbedingt von einem Arbeitsanwalt beraten lassen. Zudem benötigen sie ein Attest von ihrem behandelnden Arzt, das über die - durch das Mobbing verursachte - Gesundheitsschäden Auskunft gibt. Der Arzt sollte in dem Attest darauf hinweisen, dass sie den Arbeitsplatz aufgrund von "gesundheitlichen Gründen" kündigen müssen. Durch die Vorlage des ärztlichen Attestes mit der Eigenkündigung kann verhindert werden, dass das Arbeitsamt die Eigenkündigung mit einer Sperre bestraft. Betroffene haben bei Anerkennung des ärztlichen Attests vom ersten Tag an Anspruch auf ihr Arbeitslosengeld.

Quelle: Ärztezeitung: Mobbing - Attest sichert Arbeitslosengeld, Wikipedia



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Bitte denken Sie als Arbeitnehmer daran, dass Sie sich aktiv um die Unterstützung Ihres Arbeitgebers kümmern müssen. Machen Sie Ihren Arbeitgeber auf das Mobbing aufmerksam und fordern Sie ihn bitte zur Hilfe auf.

Denn bei Mobbing ist der Arbeitgeber aufgrund seiner allgemeinen Fürsorgepflicht verpflichtet, einzuschreiten und sich schützend vor den betroffenen ausgegrenzten, diskriminierten Arbeitnehmer zu stellen. Konkret ist hier rechtlich jedoch nichts vorgeschrieben. Daher liegt im Ermessen des Arbeitgebers, mit welchen Maßnahmen er auf Belästigungen eines Arbeitnehmers durch einen Kollegen oder Vorgesetzten reagiert. Der Arbeitgeber muss jedoch die Maßnahmen ergreifen, die er nach den Umständen des Einzelfalles als verhältnismäßig ansehen darf und die ihm zumutbar sind.

Sie können darüberhinaus auch den Betriebsrat und bei Schwerbehinderung das Integrationsamt hinzuziehen! Wehren Sie sich!

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Übrigens: Wenn man seinen Job aus wichtigen Gründen kündigt, z.B. Mobbing, gibt es keine Sperre - sofern Sie mit einem ärztlichen Attest beweisen können, dass das Mobbing sich auf Ihre Gesundheit nachteilig ausgewirkt hat. Auf jeden Fall muss dann Hartz IV bezahlt werden. Siehe dazu auch folgendes Urteil vom Landessozialgericht Rheinland-Pfalz (Az.: L 3 AS 159/12).