Medikamenten-Austausch aufgrund von Rabattverträgen: Worauf sollte ich achten?

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Grundsätzlich sollten Sie Ihrer Apotheke vertrauen, dass die Voraussetzungen für einen Arneimittelaustausch gründlich überprüft wurden. Ein Apotheker muss nämlich bei jedem einzelnen ärztlich verordnetem Medikament abklären, inwieweit die folgenden Austauschkriterien erfüllt sind:

a) Das Austauschmedikament enthält die gleichen Wirkstoffe in der gleichen Dosierung wie das auf dem Rezept verordnete Medikament
b) Die Darreichungsform (Filmtablette, Dragee etc.) ist identisch oder gilt als austauschbar
c) Die Packungsgröße stimmt überein oder liegt im gleichen Größenbereich
d) Das Austauschmedikament ist mindestens für ein gleiches Anwendungsgebiet zugelassen.

Nur wenn alle Kriterien erfüllt sein, kann das Medikament ausgetauscht werden. Bitte beachten Sie jedoch in Hinblick auf b), dass Ihr Arzt auf dem Rezept notiert, wenn Sie die Tabletten zum Beispiel teilen müssen. Denn nur wenn dieser Hinweis auf dem Rezept vermerkt ist, kann der Apotheker auf die Teilbarkeit des Medikamentes Rücksicht nehmen.

Bei großen Unsicherheiten sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, ob auf dem Rezept das aut idem-Kreuz nicht notwendig oder zumindest sinnvoll ist. Zudem hat die Deutsche Arzneimittelkommission erklärt, dass ein Arzneimittelaustausch bei folgenden Erkrankungen nicht unbedingt sinnvoll ist: 
a) Asthma
b) Alzheimer
c) Epilepsie
d) Parkinson
e) Schilddrüsenerkrankungen
f) Starke Schmerzen

Quelle: ArzneiKompass 1/2013, Seite 4 und 14.


3 Kommentare

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Übrigens: Wenn Ihr Arzt kein aut idem-Kreuz auf dem Rezept setzen möchte (z.B. aus Budgetgründen), bleibt Ihnen immer noch die Möglichkeit, den Betrag selbst zu bezahlen und damit Ihr herkömmliches Medikament zu erhalten. Bitte beachten Sie jedoch, dass dies teilweise recht teuer sein kann. Lassen Sie sich daher unbedingt von Ihrer Apotheke beraten in so einem Fall!

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Nachdem ich seit 14 Jahren täglich 1/2 Tablette Atenolol-Ratiopharm 1/2 nehme, wurde mir in der Apotheke gesagt, dass ich jetzt nur noch das gleiche Präparat von der Firma Heumann erhalten würde, weil auf dem Rezept nicht aut idem angekreuzt ist. Zu Hause stellte ich fest, dass es sich um eine gefärbte Pille handelte die im Gegensatz zu Ratiopharm nicht teilbar ist. Außerdem sind eine größere Anzahl Zusatzstoffe aufgelistet.

Nach Rücksprache mit der Barmer-GEK wurde mir mitgeteilt, dass der Apotheker auf Grund meiner Reklamation eine "Pharma-Sondernummer" eingeben könnte, damit er mir das gewohnte, teilbare Medikament mit der üblichen Zuzahlung von 5 EURO aushändigen dürfte.

Ich finde die Praxis der Krankenkasse und der Pharma-Industrie, mir einfach ein völlig anders geartetes Produkt unterschieben zu wollen, als unverschämt und dreist. Der Preisunterschied zwischen den beiden Produkten, wenn man sie privat bezahlt, beträgt gerade mal 3 EURO. Offensichtlich hat keine der Kassen die Produkte in Augenschen genommen. So werden wir Beitragszahler von diesem System verarscht und ausgebeutet.

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Hallo Manfred,

in Deinem Fall kannst Du den Arzt bei allen folgenden Rezepten darauf aufmerksam machen, einen Hinweis zu notieren "Teilbarkeit des Medikaments notwendig!". Dann solltest Du auch in der Apotheke in der Regel ein teilbares Medi erhalten!! Oder Du lässt Dir gleich das "aut idem"-Kreuz setzen. Genau dazu ist es ja da!

Alles Gute!