Warum bekomme ich von der Apotheke nicht mein gewohntes Medikament?

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Immer öfter kommt es vor, dass ich von meiner Apotheke aufgrund der Rabattverträge meiner Krankenkasse nicht mein gewohntes Medikament erhalte, sondern mich mit einem anderen Präparat zufrieden geben muss. Solange klar ist, dass das Ersatzpräparat denselben Wirkstoff enthält, kann ich persönlich damit gut leben. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass vor allem ältere Patienten, die mehrere Medikamente am Tag einnehmen müssen, mit den wechselnen Bezeichnungen und Verpackungsdesigns Probleme haben.

Viele Apotheker wiederum benötigen sehr viel Zeit, um ihren Kunden zu erklären, warum sie nun schon wieder ein anderes Medikament erhalten - obwohl der "Herr Doktor" doch etwas ganz anderes auf das Rezept geschrieben hat. Zudem müssen sie ihren Kunden oft erläutern, dass das von der Krankenkasse bevorzugte Präparat erst am nächsten Tag lieferbar sei - und die genervten Kunden damit bitten, nochmals vorbeizukommen. Denn die Apotheken können garnicht mehr alle Präparate der unterschiedlichen Firmen vorrätig haben - dafür ist die Auswahl an Arzneimitteln in Deutschland einfach zu groß.

"Schuld" an den Lieferschwierigkeiten und Missverständnisse sind weder der Arzt noch die Krankenkasse noch der Apotheker. Denn alle Beteiligten müssen sich an ein Gesetz halten, das den Krankenkassen vorschreibt, mit den Arzneimittelherstellern Rabattverträge abzuschließen. Über dieses Gesetz haben wir bereits vor einigen Jahren detailliert informiert: Was heißt AMNOG? Vor- und Nachteile des neuen Gesetzes für die Patienten.

Ein Tipp:

Wenn Sie sich darüber informieren wollen, welche Arzneimittel bei Ihrer Krankenkasse rabattiert sind, schauen Sie auf www.ArzneiKompass.de nach. Dort finden Sie hier Informationen über Ihre Krankenkasse, über die Vertragsfirmen und die rabattierten Medikamente. Sie müssen jedoch ein wenig Geduld aufbringen, um sich durch die detaillierten Auflistungen zu wühlen. Denn leider stellt die Website noch keine Suchfunktion zur Verfügung, mit der Sie gezielt nach einem bestimmten Präparat suchen können. Aber es ist ein Anfang!







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In der Zeitschrift ArzneiKompass 1/2013 war zu lesen, in welchen Umfang Rabattverträge bisher geschlossen wurden:

Im ersten Quartal 2013 hatten 144 Krankenkassen in Deutschland 12 266 Rabattverträge mit 152 Arzneimittelherstellern geschlossen.

Da verwundert es nicht, dass es fast jeden trifft, der sich ein Rezept vom Arzt ausstellen lassen muss.