Knochendichtemessung: Kostenerstattung jetzt auch vor einem Bruch möglich!

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Osteoporose tritt meist im Alter auf. Es gibt jedoch auch Ausnahmen, vor allem bei jüngeren Frauen mit Untergewicht und/oder Mangelernährung: Hier entwickelt sich eine Osteoporose oft schon sehr früh. Andere Frauen sind mit oder nach den Wechseljahren betroffen. Eine frühzeitige Untersuchung mit Hilfe der Knochendichtemessung und eine angemessene Behandlung tut daher bei Verdacht mehr als not. Bisher bezahlten die gesetzlichen Krankenkassen eine Knochendichtemessung jedoch erst dann, wenn die Patientin einen Bruch ohne Gewalteinwirkung erlitt und der Arzt deswegen Verdacht auf Osteoporose äußerte (siehe hierzu auch folgenden Blogbeitrag: "Gesetzliche Krankenkassen und Knochendichte-Messung: Erst sehr spät wird bezahlt!"). Das hieß bisher, dass Patientinnen mit einem erhöhten Osteoporose-Risiko die Kosten für die Untersuchung selbst tragen oder auf eine Abklärung verzichten mussten.

Diese Regelung hat der Gemeinsame Bundesausschuss nun glücklicherweise geändert und für die Kostenerstattung einer Knochendichtemessung die Indikationen erweitert: Ab sofort kann auch über die gesetzliche Krankenversicherung bei Verdacht auf Osteoporose eine Knochendichtemessung vorgenommen werden, ohne dass bereits ein Bruch vorliegen muss. Jedoch muss davon ausgegangen werden, dass die Kassen hier die individuelle Notwendigkeit im Einzelfall überprüfen und auslegen werden. Wichtig sind dabei die vom Arzt erstellten konkreten klinischen und anamnestischen Befunde, eine attestierte Behandlungsabsicht bzw. die notwendige Behandlungskontrolle der Osteoporose.

Quelle: Knochendichtemessung künftig bei weiteren Indikationen Kassenleistung

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Standard-Benutzerbild

Na, dazu passen ja die neuesten Nachrichten auf www.aerztezeitung.de:

Nach einer Studie der Techniker Krankenkasse erhalten 60 Prozent der Osteoporose-Patienten "trotz eines Bruchs nicht die dringend benötigten Medikamente zum Knochenaufbau".

Bei der Versorgung von Osteoporose-Patienten und Patientinnen scheint noch einiges im Argen zu liegen.